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Deradikalisierungs-Beratung: Regierung plant Ausbildungslehrgang

Archivmeldung vom 15.01.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.01.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Gerd Altmann/ Petr Kratochvil/Nemo / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/ Petr Kratochvil/Nemo / pixelio.de

Das Bundesinnenministerium plant einen Qualifizierungslehrgang für die Deradikalisierungsberatung im Bereich des Islamismus. Damit sollen Sozialarbeiter, Psychologen, Islamwissenschaftler und andere Berufsgruppen gezielt auf die Arbeit mit radikalen Islamisten und deren Familien vorbereitet werden, berichtet die "Welt".

Ein Konzept wird derzeit in der Beratungsstelle "Radikalisierung" des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erarbeitet. "Die Entwicklung und Implementation des Lehrgangs werden durch einen externen akademischen Partner in enger Abstimmung mit dem BAMF umgesetzt", bestätigte das Ministerium auf Anfrage der "Welt". "Der entsprechende Auftrag wird ausgeschrieben. Die Konzeption soll nach derzeitiger Planung Ende 2019 abgeschlossen sein, so dass der Lehrgang ab 2020 zur Verfügung stehen könnte."

Der Lehrgang, der sich über zwei Semester erstrecken soll, richtet sich an Beratende von staatlichen Stellen und zivilgesellschaftlichen Trägern, die im Bereich der Deradikalisierung arbeiten wollen. Dabei geht es darum, Islamisten beziehungsweise deren Familien, Kollegen oder Personen aus anderen Umfeldern zu beraten und in konkrete Deradikalisierungsmaßnahmen zu überführen. Die Beratungsstelle "Radikalisierung" im BAMF verfügt über ein bundesweites Netzwerk von staatlichen und nicht-staatlichen Ansprechpartnern, darunter das Violence Prevention Netzwerk (VPN), die Organisation Hayat und den niedersächsischen Verein beRATen e.V.. Im Jahr 2018 gingen rund 350 Anrufe ein, aus denen 80 Beratungsfälle resultierten. Laut Verfassungsschutz liegt die Zahl der Salafisten derzeit bei rund 11.000 Personen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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