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Politikkollegen zollen Merkel Respekt zum Abschied

Archivmeldung vom 16.10.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.10.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Angela Merkel (2018)
Angela Merkel (2018)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Mehrere Wegbegleiter in der Politik haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Abschied aus dem Kanzleramt Respekt gezollt. Die Linken-Politiker Gregor Gysi und Bernd Riexinger schätzten an ihr, nicht eitel zu sein und Politik nicht für eigene Interessen genutzt zu haben, wie sie dem Nachrichtenportal Watson sagten.

Auf die Frage, was er an ihr vermissen wird, antwortete Gysi: "Nach Angela Merkel werde ich eine ostdeutsche, uneitle, materiell nicht interessierte Frau als Regierungschefin vermissen." Er hoffe allerdings nach dem Abtreten der Kanzlerin "auf mehr Inhalt". Der Ex-Linken-Parteichef Riexinger antwortete: "Mit Angela Merkel verliert Deutschland eine Kanzlerin mit der Fähigkeit, ihre Positionen auf gesellschaftlichen Stimmungen anzupassen, beispielhaft hierfür steht der Atomausstieg."

Persönlich werde er eine CDU-Politikerin vermissen, "die erfolgreich den Anschein vermieden hat, es ginge in der Politik zuvorderst um die persönliche Bereicherung". Das sei eine Eigenschaft, die sie von vielen ihrer Parteifreunde unterscheide. Unter anderem wegen einer SMS von Angela Merkel ist die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt noch immer Berufspolitikerin. Das sagte Göring-Eckardt dem Nachrichtenportal. "Als 2005 die Union stärkste Kraft wurde und die rot-grüne Regierung zu Ende ging, stellte sich auch die Grüne Bundestagsfraktion neu auf. Ich wäre damals sehr gern Fraktionsvorsitzende geblieben, verlor die Wahl aber gegen Renate Künast und Fritz Kuhn", erinnerte sich die Grünen-Politikerin. Sie sei bereit gewesen, "ein neues Kapitel aufzuschlagen und der Politik den Rücken zu kehren", und habe auch bereits ein Angebot außerhalb der Politik bekommen. "In dieser Phase aus Wandel, Ärger, Besinnung und Neuorientierung erhielt ich eines Tages eine SMS von Angela Merkel, in der sie sinngemäß sagte: `Sie steigen doch jetzt hoffentlich nicht aus der Politik aus. Sie werden noch gebraucht.‘"

Diese SMS habe Göring-Eckardts Entscheidung beeinflusst: "Das war direkt, empathisch und sehr persönlich und hat dadurch etwas bewegt, meine Entscheidung beeinflusst", so die Grünen-Fraktionschefin. Später habe sie Merkel einmal auf die Kurznachricht angesprochen. Darauf habe sie gesagt: "Ich hatte so ein Gefühl, ich sollte das mal sagen." Sie werde Merkels Empathie vermissen: "Diese Empathie, dieses menschliche Füreinander, selbst wenn man nicht auf der gleichen Seite spielt - ich hoffe, das ist etwas, das bleibt." Die SPD-Politiker Hubertus Heil und Martin Schulz lobten Merkel für ihre Zuverlässigkeit und Ernsthaftigkeit. Dem Nachrichtenportal Watson antwortete Arbeitsminister Heil auf die Frage, was er an der Kanzlerin vermissen werde: "Angela Merkel hat Deutschland als erste Bundeskanzlerin 16 Jahre lang geprägt. Sie hat stets Politik mit großer Ernsthaftigkeit gemacht und sich damit viel Vertrauen in der Bevölkerung erarbeitet. An Frau Merkel schätze ich ihren wunderbar trockenen Humor und ihren Pragmatismus." Ex-SPD-Chef Martin Schulz antwortete: "Was Deutschland an ihr vermissen wird, wage ich nicht zu beurteilen. Für mich persönlich kann ich sagen: Wenn es etwas gibt, das ich vermissen würde, dann ihre Zuverlässigkeit im unmittelbaren Kontakt."

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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