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Lauterbach fordert komplettes Reiseverbot für Menschen aus Hotspots

Archivmeldung vom 15.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Stand 09/2020 (Symbolbild)
Stand 09/2020 (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der hohen Infektionszahlen in Deutschland ein Reiseverbot für Menschen aus besonders betroffenen Regionen gefordert. "Um vor die Welle des exponentiellen Wachstums zu kommen, sollten Reiserückkehrer und Reisewillige nicht mehr getestet werden", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Lauterbach weiter: "Für besonders hohe Infektionszahlen sollte für die Region dann besser sogar ein komplettes Reiseverbot gelten, bis sich die Lage dort beruhigt hat." Lauterbach kritisierte in dem Zusammenhang, dass es keine Einigung zum Beherbergungsverbot gegeben habe. "Es bleibt falsch, dass die Länder bis zum 8. November beim Beherbergungsverbot völlig unterschiedliche Regelungen treffen und Negativtests verlangen", sagte er.

Das nehme insbesondere in den Ballungsräumen wichtige Testkapazitäten weg. "Die Labore arbeiten am Anschlag, Reagenzien fehlen und sie können die Ergebnisse häufig nicht mehr rechtzeitig melden. Auch immer mehr Gesundheitsämter kommen nicht hinterher." Die Gesundheitsämter in den Hotspots bräuchten jetzt sehr schnell Hilfe von Bundeswehr und Bundespolizei, um die Menschen in Infektionsketten zu informieren und in Quarantäne zu schicken", sagte Lauterbach. Mit Blick auf das von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossene Ultimatum von zehn Tagen für mögliche weitere Verschärfungen sagte der SPD-Politiker: "Ich bin persönlich leider nicht zuversichtlich, dass die Zahl der Infektionen mit diesen Maßnahmen allein binnen zehn Tagen stagnieren wird. Dafür ist das Infektionsgeschehen in NRW, Berlin und anderen Ballungsräumen wahrscheinlich bereits zu groß."

Quelle: Rheinische Post (ots)


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