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Grünen-Fraktionschef sieht Chancen für Klimaschutz durch Corona

Archivmeldung vom 28.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Klima: Eine Diskussion über Fakten findet nicht statt. Es scheint so als ob Minderheitsinteressen gegen Wissenschaft und den großteil der Menschheit durchgedrückt werden sollen (Symbolbild)
Klima: Eine Diskussion über Fakten findet nicht statt. Es scheint so als ob Minderheitsinteressen gegen Wissenschaft und den großteil der Menschheit durchgedrückt werden sollen (Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anton Hofreiter, hofft, dass die Corona-Krise sich langfristig positiv auf den Klimaschutz auswirken wird. "Wenn wir jetzt richtig handeln, werden wir als Gesellschaft auch erleben, wozu wir fähig sind", sagte Hofreiter "Zeit-Online".

Hofreiter weiter: "Wir können diese Pandemie in den Griff bekommen. Und daraus entsteht hoffentlich auch der Wille, die Klimakrise in den Griff zu kriegen, bei der wir noch etwas mehr Zeit haben, um zu reagieren. Viele Menschen sehen jetzt, dass solche Krisen schlimmer werden, wenn man nicht früh genug handelt." Derzeit jedoch sei "das Gerede davon, dass der durch Corona bedingte Einbruch der Wirtschaft" dem Klimaschutz kurzfristig helfe, "zynisch". Es gehe nun vor allem darum, "Menschenleben zu retten und die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in den Griff zu bekommen", sagte der Grünenfraktionschef.

Von Wirtschaftshilfen ausschließlich für ökologisch vorbildliche Firmen hält er nichts: In der aktuellen Situation solle "weitestgehend vorbehaltlos" geholfen werden, um "massenhafte Insolvenzen zu verhindern". So sei es richtig, dass zum Beispiel die Lufthansa gerettet werde. Hofreiter setzt sich dafür ein, die Einkommensverluste beim Kurzarbeitergeld abzufedern: "Ich finde, wir sollten das Kurzarbeitergeld auf 80 bis 90 Prozent erhöhen." Nach der akuten Krise müsse dann der ökologische Umbau der Gesellschaft wieder in den Blick genommen und "unideologisch" über die Kosten diskutiert werden, betonte der Grüne. Bereits beschlossene Klimaschutzmaßnahmen wie eine CO2-Bepreisung sollten aber nicht verschoben werden.

"Ich halte nichts davon, alte ideologische Forderungen jetzt neu mit der Corona-Krise zu begründen", sagte Hofreiter. Hofreiter ging auch auf Studien ein, wonach eine Ursache der Pandemie sei, dass Menschen immer stärker in bisher unberührte Lebensräume eindringen. "Es lauern wahrscheinlich noch Tausende und Abertausende Viren in unberührten Lebensräumen. Deren Schutz könnte deswegen eine sehr wichtige Präventionsmaßnahme sein", sagte der Grüne.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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