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Auch Scholz stellt Bevölkerung auf mögliche Lockdown-Verlängerung ein

Freigeschaltet am 12.01.2021 um 15:12 durch Andre Ott
Olaf Scholz und Angela Merkel (2016), Archivbild
Olaf Scholz und Angela Merkel (2016), Archivbild

Bild: Eigenes Werk /OTT

Neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) die Bevölkerung auf eine mögliche Verlängerung des Corona-Shutdowns über Januar hinaus ein: "Es ist nicht gesagt, dass der verschärfte Lockdown bis Ende Januar Covid-19 so weit zurückgedrängt hat, dass wir wieder lockern können", sagte Scholz im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Scholz weiter: "Wer das jetzt verspricht, handelt leichtfertig und zerstört Vertrauen."  Der Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat verwies auf "aggressive Mutationen" des Erregers. "Fast überall in Europa steigen die Infektionsraten trotz Lockdown. Wir müssen die Lage weiter aufmerksam beobachten und, wenn nötig, reagieren, um das Virus in Schach zu halten", schloss er auch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen nicht aus.

Kanzlerin Merkel hatte zuvor vor Unionsabgeordneten gemahnt, Deutschland stehe "vor acht bis zehn sehr harten Wochen", und ebenfalls mit Blick auf Virusmutationen vor steigenden Infektionszahlen gewarnt.

Scholz sagte der NOZ: "Die Inzidenzwerte müssen runter, und zwar drastisch." Zwar sei der Lockdown für viele Menschen sehr belastend. Aber auch die Impfung aller Hochbetagten und Heimbewohner werde es nicht erlauben, die Eindämmungsmaßnahmen aufzuheben. "Ich warne vor der irrigen Annahme, das Virus sei nur für Hochbetagte und Vorerkrankte gefährlich. Auch unter Jungen und Gesunden kommt es mitunter zu sehr schweren Verläufen und auch Todesfällen. Niemand ist vor der Corona-Gefahr gefeit", so Scholz. "Erst wenn große Teile der Bevölkerung geimpft sind, haben wir es überstanden."

Auch die Idee, über eine Isolation bestimmter "vulnerabler" Gruppen allen anderen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen, "führt in die Irre", betonte der Vizekanzler. Die wenigen Länder, die diesen Weg gegangen seien, hätten "bitter dafür bezahlt und sind inzwischen umgeschwenkt".

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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