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PIRATEN Niedersachsen kritisieren kommunalen Vorstoß bei KiTa-Betreuung

Archivmeldung vom 13.10.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.10.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Flaggen der Piratenpartei
Flaggen der Piratenpartei

Bild: Piratenpartei Deutschland

Am 12.10. wurde berichtet, dass der Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB), unterstützt vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund (NSGB), vorschlägt, durch Corona in Kurzarbeit befindliche oder arbeitslos gewordene Menschen, zur KiTa-Betreuung umzuschulen. [1]

Die PIRATEN Niedersachsen kritisieren diese Idee scharf: "Eine erneute Schappsidee mit Bezug auf KiTas der kommunalen Verbände[2] Denen scheint nichts zu schade, KiTa-Betreuungskräfte in der Situation zu belassen, in der sie sind: Vor allem unterbezahlt. Wenn man mehr und qualifiziertes Personal in der Betreuung haben möchte, dann muss man als erstes dafür sorgen, dass die Löhne und Arbeitsbedingungen tarifgebunden und der beruflichen Verantwortung entsprechend festgelegt werden. So, wie die öffentlichen Arbeitgeber aktuell agieren [3], scheint das aber nicht ihr Ziel zu sein.

Corona, bzw. die notwendigen Gegenmaßnahmen, bedrohen jetzt die Existenzen von Millionen Arbeitnehmern. Diese Notlage dafür auszunutzen, Arbeitnehmerrechte und Tariflöhne zu unterlaufen, ist zynisch und gegen alle gewerkschaftlichen und humanen Grundprinzipien," verurteilt Thomas Ganskow, Vorsitzender der PIRATEN Niedersachsen und deren Spitzenkandidat zur Bundestagswahl 2021, die Idee. "Und wie manche Menschen glauben, eine qualifizierte, mehrjährige Ausbildung [4] lasse sich mal eben so in ein paar Monaten absolvieren, spottet jeder Beschreibung. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wenig Wertschätzung diesen Tätigkeiten - sei es in der Kinderbetreuung oder wie schon vor ein paar Wochen in der Pflege - zugemessen wird."

Dazu weiter Bruno Adam Wolf, Politischer Geschäftsführer der PIRATEN Niedersachsen und Abgeordneter der Regionsversammlung der Region Hannover, die für die Ausbildung von Sozialassistenten und Erziehern verantwortlich zeichnet:

"Berufsausbildungen wie die zum Klimaanlagentechniker [5] werden mit einer Ausbildungsvergütung von 800, 900 und 1000 Euro im ersten, zweiten und dritten Ausbildungsjahr vergütet. Um wieviel verantwortlicher, sensibler, qualifizierter und engagierter muss ein Auszubildender sein, der mit dem wertvollsten arbeitet, was wir haben: Unseren Kindern - in ihrer verwundbarsten Phase!

Dazu ist es auch immer noch so, dass die Ausbildung in der Kinder- und Jugendbetreuung nicht nur ohne Ausbildungsvergütung stattfindet, sondern teils auch noch bezahlt werden muss (bei freien Trägern) bzw. gerade eben wenigstens von der "Ausbildungsgebühr" befreit wurde.

Und wer vor zehn oder zwanzig Jahren einen anderen Beruf gewählt hat, hatte dafür sicher gute Gründe. Nicht umsonst gab es schon damals Berufsberatung. Und Niedersachsen hat einen klaren Weg aufgezeigt, wie spätberufene Quereinsteiger qualifiziert werden können und ist damit angeblich erfolgreich. [7] Warum also möchte man jetzt Menschen in eine Arbeitsumwelt schicken, für die sie kein Interesse und keine Motivation mitbringen?

Überforderte, schlecht qualifizierte und unmotivierte Kräfte, die dazu noch schlecht bezahlt werden, sind das letzte, was wir und vor allem unsere Kinder in unserer extrem intensiven und stressbelasteten Coronarealität brauchen."

Datenbasis:

[1] https://ots.de/wRBdlP

[2] https://piraten-nds.de/2020/05/04/geplante-kita-oeffnung-ist-verfrueht-und-undurchdacht/

[3] https://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/tr/2020/

[4] https://t1p.de/w9gu

[5] https://www.ausbildung.de/berufe/mechatroniker-fuer-kaeltetechnik/

[6] https://ots.de/Au7f6f

Quelle: Piratenpartei Deutschland (ots)

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