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Pflegewissenschaftlerin plädiert für Akademisierung der Pflege

Archivmeldung vom 04.07.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.07.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild:  Universität Salzburg (PR), on Flickr CC BY-SA 2.0
Bild: Universität Salzburg (PR), on Flickr CC BY-SA 2.0

Ulrike Höhmann, Professorin für multiprofessionelle Versorgung chronisch kranker Menschen an der Universität Witten, hat für die "Konzertierte Aktion Pflege" angemahnt, die Pflegeberufe auch durch eine Akademisierung attraktiver zu machen. "Die Pflege muss auch Menschen, die Karriere machen möchten, Angebote machen", sagte Höhmann. "Dazu braucht es nicht nur eine weitere Akademisierung der Pflege, sondern vor allem auch akademisierte Tätigkeiten, die das Personal ausüben kann."

Die Dinge, die Pflegekräfte im Studium lernten, müssten sie auch anwenden und autonom umsetzen dürfen. Der falsche Weg wäre, so Höhmann, nun in großem Maßstab vergleichsweise kostengünstige Pflegekräfte aus anderen Ländern nach Deutschland zu holen. "Das wird das grundlegende Problem nicht lösen", sagte sie. "Vielmehr muss es darum gehen, den Beruf wieder so attraktiv zu machen, dass auch hierzulande die Menschen wieder bereit sind, eine Ausbildung in diesem Bereich zu absolvieren oder in ihren ursprünglichen Beruf zurückzukehren", so die Pflegewissenschaftlerin. Die Rahmenbedingungen der Arbeit der Pflegekräfte zu verbessern, müsse eine besondere Priorität haben. "Wir benötigen mehr Personal, es darf keine unplanbaren Dienstzeiten mehr geben. Das heißt die Pflegenden dürfen nicht ständig aus ihrer Freizeit heraus wieder in den Betrieb beordert werden", so Höhmann.

In einer Studie habe man außerdem herausgefunden, dass viele Pflegekräfte ihrem Beruf irgendwann den Rücken zukehren, wenn ihr Arbeitsalltag sich nicht mit ihrem professionellen Ethos verbinden lässt. "Es muss Zeit bleiben, mit den Patienten zu sprechen, ihnen in Ruhe beim Essen zu helfen, mit ihnen aufzustehen und herumzulaufen, mit Angehörigen in Ruhe zu sprechen, sie zu informieren und zu beraten. Das wird aber nur gelingen, wenn sich die Gesundheitseinrichtungen wieder darauf besinnen, wofür sie eigentlich da sind", sagte Höhmann. Angesichts der Probleme in der Pflege hat die Bundesregierung die "Konzertierte Aktion Pflege" gestarte! t, mit d er Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Familienministerin Franziska Giffey und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) die Situation verbessern möchten.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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