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Deutsche Tornados nicht Nato-tauglich

Archivmeldung vom 31.03.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.03.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe
Bild: Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe

Deutschland kann wegen der altersschwachen Kampfjets der Bundeswehr seine Nato-Bündnisverpflichtungen nicht einhalten. In einem vertraulichen Bericht schreibt das Bundesverteidigungsministerium (BMVg), dass die 93 Tornados deshalb sofort umfangreich modernisiert werden müssten.

Das IT-System und die Verkabelung der in den Achtzigerjahren eingeführten Jets, die im Ernstfall auch US-amerikanische Atombomben abwerfen sollen, gelten als veraltet. Der Jet ist daher nicht ausreichend abhörsicher und verfügt über kein kryptiertes Kommunikationssystem. Im jetzigen Zustand "könnte das Waffensystem Tornado an keinem Nato-Einsatz mehr teilnehmen", heißt es im BMVg-Papier, aus dem der "Spiegel" zitiert. Die Modernisierung bedeute noch nicht abschätzbare "Mehrkosten in Millionenhöhe".

Ebenso besitzt der Tornado bis heute kein von der Nato gefordertes Freund-Feind-Erkennungssystem, das irrtümliche Angriffe auf alliierte Jets vermeiden soll. Der Einbau der Geräte in die deutschen Tornados sei bis 2019 "nicht mehr realisierbar", so der Bericht.

Trotz der Mängel hat Deutschland bei der Nato zehn Tornados für deren Eingreiftruppe angemeldet. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte 2016 entschieden, die Tornados noch bis 2035 und damit länger als geplant zu nutzen. In der Zwischenzeit will sie einen marktverfügbaren Nachfolger aussuchen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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