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Hungrige Wanderratten riechen deutlich anders

Freigeschaltet am 26.03.2020 um 13:34 durch Thorsten Schmitt
Bild: wolfgang_vogt, pixabay.com
Bild: wolfgang_vogt, pixabay.com

Hungrige Wanderratten duften im Vergleich zu satten Artgenossen anders. Anhand dieser Geruchsinformationen entscheiden die Nagetiere demnach, hungrigen Tiere schneller zu helfen, an Futter zu kommen. Dies zeigt eine neue Studie von Forschern der Universitäten Bern, Neuchâtel und Potsdam, die jetzt im "Open Access Journal PLOS Biology" publiziert wurde.

Frage von Kosten und Nutzen

"Wir stellten fest, dass die Ratten schneller Hilfe leisteten, wenn sie Geruchssignale von einer hungrigen Ratte erhielten als von einer satten Ratte", erklärt Karin Schneeberger, die die Studie in der Ethologischen Station Hasli der Universität Bern unter der Leitung von Michael Taborsky durchgeführt hat und jetzt als Post-Doc an der Universität Potsdam an Wühlmäusen forscht.

Dennoch wägen die Nager zuerst Kosten und Nutzen ab. Um an Futter zu kommen, "betteln" Wanderratten bei ihren Artgenossen mit Rufen und Gesten. Diese Kommunikationsform macht aber eine Priorisierung schwierig: Wer hat wirklich Hunger und benötigt dringend Futter und wer täuscht nur vor und versucht, nur noch mehr Futter einzuheimsen? Eine verlässlichere Information ist in diesem Fall der Geruch der bettelnden Ratte.

Sieben verschiedene Gerüche

In einem Experiment haben die Forscher Ratten mit Geruchssignalen entweder von hungrigen oder satten Artgenossen versorgt, die sich in einem anderen Raum befanden. Die Ratten konnten anschließend einer anderen anwesenden Ratte Hilfe leisten, schneller an Futter zu kommen, indem sie ein Tablett mit Futter zu dieser hinzogen.

Gregory Röder von der Universität Neuchâtel hat die Luft in der Umgebung der Ratten analysiert. Der Schweizer Wissenschaftler konnte sieben unterschiedliche flüchtige organische Verbindungen identifizieren, die je nachdem entweder bei einer hungrigen oder einer satten Ratte häufiger vorkamen. Diese Geruchssignale könnten direkt von kürzlich aufgenommenen Nahrungsquellen, von Stoffwechselprozessen bei der Verdauung oder von einem mutmaßlichen Pheromon stammen, das Hunger anzeigt.

Quelle: www.pressetext.com/Florian Fügemann

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