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Zugvögel in Gefahr - jede Art zählt

Archivmeldung vom 07.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Am Strand von Velika Plaza in Montenegro werden Dünnschnabel-Brachvögel als Lockvögel aufgestellt. Dabei wurde die seltene Art seit 2005 nicht mehr gesichtet. Bild: EuroNatur
Am Strand von Velika Plaza in Montenegro werden Dünnschnabel-Brachvögel als Lockvögel aufgestellt. Dabei wurde die seltene Art seit 2005 nicht mehr gesichtet. Bild: EuroNatur

EuroNatur fordert dringend einen verbesserten Schutz der Zugrouten. "Wir beobachten einen ungebremsten Rückgang der Zugvogelbestände", berichtet Projektleiter Dr. Martin Schneider Jacoby von der Naturschutzstiftung EuroNatur anlässlich des Welt-Zugvogeltags (World Migratory Bird Day).

Passend zum Internationalen Jahr der Biodiversität steht dieser 2010 unter dem Motto "Rettet bedrohte Zugvögel - jede Art zählt". Dazu gehört auch der in Europa vorkommende Dünnschnabel-Brachvogel. Im Jahr 2010 unterstützt die Bonner Konvention eine intensive Suchaktion nach dem Tier. Denn seit 2005 hat den seltenen Watvogel niemand mehr gesehen.

Gemeinsam mit Partnern auf dem Balkan hat sich EuroNatur an der Suche beteiligt. Schwerpunktgebiete waren die Hauptrastplätze für Wat- und Wasservögel entlang der östlichen Adriaküste. Das Ergebnis ist ernüchternd: Obwohl der Dünnschnabel-Brachvogel Anfang des 20. Jahrhunderts in Südeuropa noch ein häufiger Zugvogel war, konnten die Beobachter keinen einzigen Vertreter dieser Art mehr finden. Stattdessen bot sich ein trauriges Bild. "Vor allem Albanien gleicht einer Front gegen die Zugvögel. Sämtliche Rastgebiete waren von Vogeljägern besetzt. Im Buna-Delta haben wir innerhalb von fünf Tagen nur eine Bekassine gesehen, ansonsten keine Watvögel. Dabei konnten über dem Meer im Bereich der Flussmündung der Bojana-Buna 40.000 Wasservögel beim Durchzug beobachtet werden", berichtet Schneider-Jacoby. Die Jäger hindern die Tiere selbst in Schutzgebieten und in der Schonzeit daran, zu rasten. Dabei müssten sie in den wenigen intakten Rastgebieten an der Adria dringend Energie für den Weiterflug tanken.

Das Schicksal des Dünnschnabel-Brachvogels ist somit nur die Spitze des Eisbergs. Viele andere Arten werden folgen, die bei uns in Deutschland bereits auf der Roten Liste stehen. Besonders gefährdet sind Zugvögel, die auf der Adria-Zugroute über die östliche Adria und die Balkanhalbinsel ziehen. Zählungen von Wetlands International belegen die verheerende Situation mit eindrucksvollen Zahlen: Bei zwei Dritteln der Watvogel-Arten, die die Adria-Zugroute nutzen, sind die Populationen zurückgegangen. Hauptgründe dafür sind der zunehmende Lebensraumverlust und die Vogeljagd. EuroNatur fordert, dass die Jagdsaison in sämtlichen Balkanländern spätestens mit dem 15. Januar eingestellt wird. Ein konsequentes Jagdverbot für die wenigen verbliebenen Rastplätze an der Adria wäre ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in Europa.

Quelle: EuroNatur

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