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Menschen verursachen über 90 Prozent der Waldbrände

Archivmeldung vom 29.07.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.07.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Mark Edwards / WWF-Canon
Bild: Mark Edwards / WWF-Canon

Es ist in den vergangenen Jahren jeden Sommer das gleiche Bild: Der Mittelmeerraum steht in Flammen. Rund 50.000 Brände jährlich gilt es allein in Portugal, Spanien, Italien und Griechenland zu löschen.

Dabei haben nach einer WWF-Studie nur etwa vier Prozent aller Waldbrände weltweit natürliche Ursachen, wie zum Beispiel einen Blitzeinschlag. „In allen anderen Fällen ist der Mensch, sei es direkt oder indirekt, sei es absichtlich oder versehentlich, verantwortlich für den Brand“, sagt Markus Radday vom WWF Deutschland. Die Ursachen für die vermehrten Waldbrände seien fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung, verbunden mit extremer Hitze und Trockenheit in den Sommermonaten, die Zersiedelung der Landschaft  und durch den Menschen degradierte Wälder.  

So hat sich nach Angaben des WWF allein im Mittelmeerraum die durchschnittliche, jährliche Waldbrandfläche seit den 1960er Jahren vervierfacht. In Spanien, wo seit Wochen wieder die Flammen wüten, ist die Zahl der Waldbrände sogar zehnmal höher als noch vor fünfzig Jahren. Der WWF fordert ein Ende der Monokultur-Wälder, die Rückkehr zu heimischen Baumarten sowie die konsequente Strafverfolgung von Brandstiftern. Außerdem müssten die Gesetze zum Schutz der Umwandlung von Wald- in Bauland konsequenter angewandt werden. Bis heute sei in vielen Mittelmeerländern die Umwandlung in Bauland oder Agrarflächen nach Waldbränden noch gängige Praxis.  

Für die kommenden Jahre prognostiziert der WWF in seiner Waldbrand-Studie eine weitere Verschlimmerung der Situation. Für den südlichen Mittelmeerraum geht man davon aus, dass sich etwa bis zur Mitte dieses Jahrhunderts die bislang auf die Sommerperiode beschränkte erhöhte Waldbrandgefahr auf das ganze Jahr ausgedehnt haben wird. Allein in Spanien würde sich, so der WWF, bei einer weltweit durchschnittlichen Temperaturerhöhung von zwei Grad die Hauptsaison für Waldbrände um vier Wochen verlängern. „Wir müssen deshalb schnell weg von eintönigen Baumreihen aus Eukalyptus oder Kiefer  in denen sich Feuer rasend schnell ausbreiten“, fordert WWF-Experte Markus Radday.

Quelle: WWF

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Bild: Erwin Lorenzen / pixelio.de
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