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Der Asteroid fliegt vorbei, die Gefahr bleibt

Archivmeldung vom 04.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: "Stimme Russlands" / Flickr.com/asteroid/cc-by
Bild: "Stimme Russlands" / Flickr.com/asteroid/cc-by

Nach den Berechnungen der Wissenschaftler wird am 15. Februar der Asteroid DA 14 an der Erde vorbeifliegen. Seine maximale Annäherung erreicht 28 000 Kilometer. Er stellt deshalb gegenwärtig keine Bedrohung dar, aber eben nur jetzt. Radio "Stimme Russlands" fragt angesichts des Ereignisses: "Was erwartet uns in der Zukunft, wie real ist heute für die Erdenbürger die Asteroiden-Gefahr?"

Auf der Erde gibt es mehrere Spuren derartiger Kataklysmen. Das sind der berühmte Krater im amerikanischen Staat Arizona und zwei gigantische Krater mit mehr als 150 Kilometern im Durchmesser: einer auf der Halbinsel Yucatán, und der andere - unter dem Wüstensand der Sahara. Sollte der Asteroid DA 14 irgendwann mit der Erde kollidieren, so würde er viel Unheil anrichten, sagt der Dozent Wladimir Surdin aus der astronomischen Abteilung der physikalischen Fakultät der Moskauer Lomonossow-Universität:

„Dieser Asteroid mit 45 Metern im Durchmesser ist etwa ebenso groß wie der Tunguska-Meteorit, der vor über 100 Jahren auf der Erde niedergegangen war. Durch die Detonation hatte die Taiga gelitten, auf einem riesigen Territorium, das mit 2.510 Quadratkilometern der Fläche des heutigen Moskaus entspricht, brachen Brände aus. Demnach ist das Aufschlagen eines Dutzende Meter großen Körpers gefährlich, wenn es in einem dichtbesiedelten Gebiet geschieht. Sollte er jedoch in den Ozean stürzen, so würde ein Tsunami das Leben der Küstenregionen erschweren.“

Den Asteroiden DA 14 entdeckten die Astronomen vor einem Jahr. Sie haben berechnet, dass sich seine Bahn am 15. Februar nicht mit der Erde kreuzen wird. Viel schlimmer steht es um Himmelskörper mit nur 10 Metern im Durchmesser. Bestenfalls kann man sie einen Tag vor der Kollision mit der Erde entdecken. Ein derartiger Asteroid explodierte im Jahr 2010 über einer menschenarmen Gegend Indonesiens. Die Detonation war dreimal so stark wie die der Atombombe über Hiroshima. Die Wissenschaftler sind deshalb bemüht, ein Netzwerk zur Asteroiden-Beobachtung aufzubauen:

„Mehrere Länder vereinigen ihre Bemühungen, um mehrere Teleskope auf der Erde und sogar im All in Position zu bringen“, erzählt Wladimir Surdin. „Es ist so, dass wir Asteroiden und Kometen, die von Seiten der Sonne zur Erde fliegen, nicht bemerken können, denn die Sonne blendet die optischen Geräte. Deshalb muss man Teleskope jenseits der Sonne, auf dem gegenüberliegenden Teil der Erdumlaufbahn stationieren und von dort aus die Asteroiden beobachten.“

Aber selbst die modernsten Instrumente könnten das Problem der Asteroiden-Gefahr nicht grundlegend lösen, erläutert Sergej Bogatschjow, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Physikalischen Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften:

„Jetzt arbeitet man viel an verschiedenen Mitteln zur Kontrolle des uns umgebenden Raumes. Aber derartige Systeme können keine Kollision mit der Erde verhindern, sie informieren bloß. Es sind Benachrichtigungssysteme, aber keine Verhütungssysteme. Die Menschheit vermag eine Kollision noch nicht abzuwenden.“

Jetzt hat man etwa zwanzig Methoden zum Kampf gegen gefährliche Weltraumobjekte erdacht. Es wird vorgeschlagen, Himmelskörper vom gefährlichen Annäherungskurs zur Erde abzubringen, und zwar mit Hilfe von Raketentriebwerken oder durch eine Zerstörung des Asteroiden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass künftig gegen den Asteroiden DA 14 erstmals derartige Methoden angewandt werden müssen. Vorerst wird das Risiko seiner Kollision mit der Erde bis zum Jahr 2069 auf 1:3000 geschätzt.

Quelle: Text Boris Pawlischtschew - „Stimme Russlands"

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