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Über 2200 Tiger in Indien: Bestand ist um rund 30 Prozent gewachsen.

Archivmeldung vom 20.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Amur-Tiger. Bild:  Igor Zhorov / WWF
Amur-Tiger. Bild: Igor Zhorov / WWF

Aktuellen Bestandszählungen zufolge ist es in Indien gelungen die nationale Tigerpopulation seit 2010 um rund 30 Prozent auf offiziell 2226 Tiere zu erhöhen. Das teilte die indische Regierung am Dienstag in Neu-Delhi mit. Die Umweltschutzorganisation WWF bezeichnete die neuen Zahlen in einer ersten Stellungnahme als Sensation und Mut machendes Signal für den Tiger und den Artenschutz allgemein.

"Der König des Dschungels feiert heute ein großartiges Comeback. Unser unermüdlicher Einsatz für den Tiger zahlt sich endlich aus", freut sich der Geschäftsführende WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Indien sei es als boomendes Schwellenland mit einer schnell wachsenden Bevölkerung gelungen, zum dritten Mal in Folge einen positiven Bestandstrend beim Tiger zu erreichen. Das zeige, dass sich ambitionierte Schutzmaßnahmen auszahlen.

"Artenschutz braucht einen langen Atem. Die neuen Tiger-Zahlen zeigen, dass wir dann Erfolg haben, wenn Behörden, Zivilgesellschaft und Umweltorganisationen wie der WWF gemeinsam und dauerhaft auf ein Ziel hinarbeiten", so Brandes. Entscheidend sei, die Bevölkerung für den Tiger-Schutz zu gewinnen und den Menschen vor Ort eine Perspektive zu geben. Nur so könnten Mensch-Tier-Konflikte und Wilderei bekämpft werden.

Der WWF forderte die süd-ostasiatischen Tiger-Länder wie etwa Malaysia oder Indonesien auf, dem Vorbild Indiens zu folgen und die Schutzbemühungen zu intensivieren sowie endlich die eigene Anzahl an Tigern zu erfassen. Das möglichst exakte Monitoring von Wildtierbeständen ist laut WWF eine entscheidende Grundlage für die Ausweisung von Schutzgebieten und effektive Artenschutzarbeit. Außerdem lasse sich nur auf diese Weise seriös überprüfen, ob Schutzbemühungen erfolgreich seien.

"Mit modernen Beobachtungstechniken wie DNA-Tests und Kamerafallen können Tierzählungen zunehmend leichter und exakter gelingen", so Brandes. Laut WWF-Angaben sind in Indien inzwischen mehrere hundert Tiger anhand ihrer individuellen Fell-Musterung eindeutig identifizierbar. Dies sei nur dank moderner Fotofallen-Technik gelungen und in diesem Umfang ein Novum im modernen Artenschutz.

Bedrohlich bleibt nach Einschätzung des WWF, dass die Tigerlebensräume in Indien weiter schrumpfen, so dass die Schutzgebiete zunehmend die einzigen Rückzugsräume bleiben. Hier gelte es die Abwärtsspirale zu durchbrechen. 2010 hatte sich die internationale Staatengemeinschaft auf dem Tiger-Gipfel in St. Petersburg verpflichtet, bis 2022 die Zahl der wild lebenden Tiger von etwa 3200 auf mehr als 6000 Tiere zu steigern. Hintergrundinformationen zu WWF-Projekten, Zählmethoden und Lebensräumen: www.wwf.de/tiger

Hintergrund: WWF-Projekt "Kuhmist für den Tiger"

Wenn die Menschen in den Wäldern nach Brennholz suchen, ihre Nutztiere dort weiden und der Tiger dort nach Beute sucht, dann drohen Konflikte. Diese können für beide Seiten schlimme Folgen haben - meist stirbt am Ende der Tiger. Wie Konfliktvermeidung mit einfachen Methoden möglich ist, zeigt ein WWF-Projekt, dass sich unter dem Schlagwort "Kuhmist für den Tiger" zusammenfassen lässt. Dabei werden Holz-Öfen durch simple Biogasanlagen ersetze, die Bauern mit Kuhmist betreiben können. Durch Gärung entsteht Methangas, das als Brennstoff dient. Insgesamt will der WWF mehrere Tausend Biogas-Anlagen installieren. Je weniger Menschen zur Brennholzsuche in den Wald gehen, desto besser für den Tiger - und übrigens auch für das Klima. Pro Bauerfamilie, die Holz durch Biogas ersetzt, werden jährlich rund vier Tonnen CO2 weniger ausgestoßen. Das entspricht etwa 15.000 Autokilometern. Weitere Informationen zum Projekt: www.wwf.de/kuhmist-fuer-den-tiger

Quelle: WWF World Wide Fund For Nature (ots)

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