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Düngen mit Asche aus der Verbrennung von Holz und Stroh

Archivmeldung vom 11.04.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.04.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Holzasche
Quelle: FNR/Andreas Müller (idw)
Holzasche Quelle: FNR/Andreas Müller (idw)

Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) und die Universität Rostock wollen untersuchen, inwieweit sich Aschen aus der Verbrennung von Holz, Stroh und anderen naturbelassenen Biomassen als Dünger eignen.

Dass Aschen aus naturbelassenen Biomassen wie Holz und Stroh sowie ferner Miscanthus, Schilf oder Landschaftspflegematerial Nährstoffe in relevanten Konzentrationen enthalten, ist bekannt. Doch um diese Aschen als Dünger einsetzen zu können, gilt es noch einige Fragen zu klären: So differiert die Qualität der Aschen je nach Brennstoff, Verbrennungstechnik, Qualität des Ausbrandes und Art der Entaschung erheblich. Hier setzt das Verbundvorhaben an: Die Forscher wollen klären, welche Konstellationen der genannten Faktoren geeignet sind, um hochwertige Aschen mit geringen Schadstoffanteilen zu erhalten und als Dünger verwenden zu können.

Nach momentanem Düngemittelrecht gelten Aschen aus landwirtschaftlicher Biomasse im Unterschied zu Aschen aus der Holzverbrennung rechtlich nicht als Dünger, sondern als Abfallstoff. Dementsprechend müssen sie entsorgt werden, was in der Praxis die Deponierung bedeutet. Damit gehen alle enthaltenen Nährstoffe faktisch verloren, der Nährstoffkreislauf ist nicht geschlossen. Gleichzeitig sind die weltweit erschließbaren Lagerstätten insbesondere für Phosphor (P) zur Herstellung von Mineraldüngern endlich und konzentrieren sich auf nur wenige Länder. Die Rückgewinnung der Nährstoffe aus Aschen hat deshalb auch eine ökonomische Dimension. Holzaschen gelangen in geringem Mengenumfang in einzelnen Bundesländern als Beimischung im Rahmen der Kompensationskalkung zurück in den Wald.

In dem Projekt beproben die Wissenschaftler Praxisanlagen, die Holz, Stroh, Schilf und Miscanthus verbrennen. Sie charakterisieren die Ascheproben und ordnen sie den verschiedenen Düngemitteltypen der „Verordnung über das Inverkehrbringen von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln“ (DüMV) zu. Sie untersuchen ihren Nähr- und eventuellen Schadstoffgehalt und testen in Gefäßversuchen die Wirkung der Hauptnährstoffe P und Kalium (K) in Kombination mit unterschiedlichen Fruchtarten. Zu den Fragestellungen zählt auch der mögliche Einfluss auf mikrobielle Bodenparameter und die Machbarkeit eines Aufmahlens gröberer Anteile und Schlacken. Außerdem wollen die Forscher eine Granulierung oder Pelletierung mit geeigneten Zuschlagstoffen erproben, um die Ausbringung der Aschen zu vereinfachen und den Anforderungen der DüMV zu entsprechen. Schließlich soll die Nutzbarkeit der Biomasseaschen als basisch wirksames Kalkdüngemittel untersucht werden.

Die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) untersucht in einem zusätzlichen, separaten Projekt die wirtschaftlichen Aspekte möglicher Biomasseasche-Dünger.

Sollte in dem Projekt der Nachweis gelingen, dass land- und forstwirtschaftliche Biomasse-Aschen DüMV-konform sind, könnten die gesetzlichen Regelungen entsprechend angepasst werden. Die Bundesregierung würde damit für die politisch gewollte energetische Nutzung biogener Nebenprodukte wie Stroh positive Rahmenbedingungen schaffen, Nährstoffkreisläufe schließen, Deponien entlasten und nicht zuletzt Wertschöpfung im ländlichen Raum ermöglichen.

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (idw)

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