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Wale und Delphine im Mittelmeer stark bedroht

Archivmeldung vom 29.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Viele Küstenbewohner und Touristen wissen nicht, dass rund 15 verschiedene Arten von Walen und Delphinen im Mittelmeer auftauchen, acht davon regelmäßig. Zunehmende menschliche Aktivitäten gefährden diese Tiere immer stärker. Das Überleben von vier Arten ist auf Messers Schneide. Bereits akut vom Aussterben bedroht ist die Population der Orcas in der Strasse von Gibraltar.

Besorgniserregend ist auch die Situation für den Gewöhnlichen Delphin. Noch vor kurzem war er von Gibraltar bis zum Bosporus der meistverbreitete Meeressäuger. Heute wird er nur noch selten gesichtet. Dafür trifft man ihn auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten an. Aus der Adria ist der Gewöhnliche Delphin aufgrund menschlicher Einflüsse bereits verschwunden, nun droht ihm dieses Schicksal auch im Ionischen Meer. „Das Mittelmeer ist ein klassischer Fall von Misswirtschaft im Bereich der Fischerei. Beifang und Überfischung gefährden die Meerestiere an der Spitze der Nahrungskette, darunter auch die Wale und Delphine“, erklärt Sigrid Lüber von OceanCare.

„Sofortiges Handeln ist notwendig. Doch die Regierungen haben bisher darin versagt, wirkungsvolle Schutzmassnahmen umzusetzen und damit Walen und Delphinen in der Region eine Zukunft zu sichern“, sagt Nicolas Entrup von der WDCS.

Als Antwort auf die politische Untätigkeit haben sich Forschungsinstitute und Schutzorganisationen nun in der Cetacean Alliance zusammengeschlossen. Ziel des einflussreichen Netzwerks ist der Erhalt der Artenvielfalt im Mittelmeer sowie die Reduktion negativer menschlicher Einflüsse auf die Meeressäuger.

Die Cetacean Alliance unterhält mit www.cetaceanalliance.org eine Webseite, die Informationen zur aktuellen Situation der Meeressäuger sowie zu diversen Forschungs- und Schutzprojekten zugänglich macht. Mit Forschungsdaten, Videos, Lehrmittel und Umwelttipps sollen bei Regierungsmitgliedern sowie einer breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Probleme geschärft und Handlungsimpulse ausgelöst werden.

Quelle: WDCS

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