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Nach Recherchen von "ZAPP" und "Spiegel": Bauer Media Group stellt sich ihrer Geschichte

Freigeschaltet am 15.01.2020 um 07:09 durch Andre Ott
Ein Standart juristen Werk benannt nach dem Nazionalsozialisten Otto Palandt. Auch heute werden noch illegale Gesetze aus dem 3. Reich in der Bundesrepublik Deutschland angewandt und auch die Jusitz ist politisch Weisungsgebunden.(Symbolbild)
Ein Standart juristen Werk benannt nach dem Nazionalsozialisten Otto Palandt. Auch heute werden noch illegale Gesetze aus dem 3. Reich in der Bundesrepublik Deutschland angewandt und auch die Jusitz ist politisch Weisungsgebunden.(Symbolbild)

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Die Bauer Media Group hat dem NDR Medienmagazin "ZAPP" und dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gegenüber angekündigt, einen Historiker einzusetzen, der sich mit ihrer Verlagsgeschichte zu Zeiten der nationalsozialistischen Herrschaft beschäftigen soll. Bisher sind auf der Internetseite der Bauer Media Group die Jahre von 1926 bis 1945 ausgespart.

Eine Aufarbeitung des Verlages selbst oder eine systematische externe Untersuchung gibt es bisher nicht. Die Recherchen von "ZAPP" und "Spiegel" legen den Schluss nahe, dass sich die damaligen Verlagsinhaber mit dem Naziregime arrangiert hatten. Dieses betrifft vor allem das publizistische Wirken sowie umstrittene Immobilienkäufe von Alfred Bauer in den späten 1930er-Jahren. Die Rundfunkzeitschrift "Funk-Wacht" des Bauer-Verlages erlebte in dieser Zeit ein beachtliches Wachstum. Die Auflage verzehnfachte sich. Die Recherchen von "ZAPP" und "Spiegel" geben Hinweise darauf, dass der Bauer-Verlag mit seinem Zugpferd "Funk-Wacht" im Sinne der nationalsozialistischen Machthaber arbeitete. In den Archiven finden sich eindeutig politische, das System stützende Titelbilder wie auch ein bereits im Herbst 1933 erschienener Fortsetzungsroman, der - anders als die sonst an dieser Stelle abgedruckten seichten Unterhaltungsromane - eindeutig in Diktion und Weltanschauung nationalsozialistisch geprägt ist.

In den Jahren 1936 bis 1938 kaufte Alfred Bauer in Hamburg mehrere Immobilien, darunter auch welche von jüdischen Eigentümern. Bauer erwarb die Immobilien zu günstigen Preisen, denn viele Juden waren gezwungen, Besitz zu verkaufen. Was aus den Immobilien geworden ist, ist heute unklar. Zumindest damals hat Bauer offenbar von den Bedingungen profitiert, die sich durch den Druck der Nazis auf jüdische Eigentümer ergaben.

Auf die Anfragen von "ZAPP" und "Spiegel" äußerte sich die Bauer Media Group schriftlich und erklärte, das Verlagshaus könne ausschließen, dass sich heute Grundstücke oder Liegenschaften aus "Arisierung" in seinem Besitz befänden. Wörtlich heißt es: "Wir verfügen über keinerlei Dokumentation über unsere Geschichte und besitzen keine Firmenunterlagen mehr aus der Zeit des Nationalsozialismus. Wir werden noch im Laufe des Jahres 2020 einen Historiker damit beauftragen, die Geschichte und die Vorgeschichte des Bauer-Verlages zu recherchieren und mit der Öffentlichkeit zu teilen."

Verlage wie Du Mont und Bertelsmann haben ihre Verlagsgeschichte und die Verstrickungen ihrer Chefetagen mit dem Naziregime wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Über Verlage wie Holtzbrinck und Verleger wie Axel Springer gibt es Arbeiten, die ihr Wirken auch in der Zeit beleuchten. Mit der angekündigten Aufarbeitung stellt sich nun, 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, auch die Bauer Media Group ihrer Geschichte.

Weiteres dazu auf www.NDR.de/ZAPP, in der Sendung "ZAPP" im NDR Fernsehen (Mittwoch, 15. Januar, 23.20 Uhr) sowie auf www.Spiegel.de.

Quelle: NDR Norddeutscher Rundfunk (ots)


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