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Sophie Passmann: Ungerechtigkeit und viel Gepäck machen mir schlechte Laune

Freigeschaltet am 09.04.2021 um 06:30 durch Sanjo Babić
Sophie Passmann (2018)
Sophie Passmann (2018)

Foto: FlickreviewR 2
Lizenz: CC BY-SA 2.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Autorin und Moderatorin Sophie Passmann mag nicht gerne schwer tragen. "Ich kriege arg schlechte Laune, wenn ich beim Reisen mehr als einen Koffer habe", sagte die 27-Jährige im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Oder wenn ich beim Einkaufen mehr kaufe, als ich dachte, und nicht alles in die Tüte passt."

In Bezug auf die Politik ärgert sich die 27-Jährige vor allem über Ungerechtigkeiten. "Mich macht das wütend, was man einfach beheben könnte", sagte Passmann, die Politikwissenschaften studiert hat. Als Beispiele nannte sie die Behandlung von armen Menschen und die Gestaltung der Grundsicherung. "Ich denke, entweder ist es ein Grundbedarf, oder es ist keiner. Der wird nicht weniger, nur weil ein Mensch vergessen hat, ein Dokument abzugeben", kritisierte Passmann.

Wut habe leider einen schlechten Ruf, findet die 27-Jährige. "Sie ist als Übergangsgefühl total gut, denn Wut ist der Moment, in dem der Mensch merkt, dass er schlecht behandelt wird." Sie selbst sei auch manchmal wütend, schreie dann aber nicht herum. "Ich bin in mir drin sauer, und dann werde ich ganz schnell quengelig, weinerlich, erschöpft und überfordert", beschrieb Passmann ihr Gefühlsleben. Dagegen helfe nur, es auszuhalten.

Wenn die Inhalte sozialer Netzwerke ihr schlechte Laune machten, gebe es für sie nur ein Mittel: "Da hilft meiner Meinung nach nur, das Internet auszumachen", sagte Passmann. "In den sozialen Netzwerken sind wir noch nicht an dem Punkt, an dem wir final vernünftige Regeln im Umgang mit Hass oder Kritik haben." Im echten Leben helfe es, auf Kritik zu antworten und ein Gespräch zu führen: "Ganz oft tut Kritik in Social Media aber so, als solle eine Debatte angefangen werden, dabei ist es eine einseitige Meinungsäußerung."

Zum Umgang mit Hassnachrichten sagt sie: "Da helfen nur gute Anwälte. Die Sachen, die wirklich doll sind oder bei denen man weiß, da kommt man ran, muss man anzeigen. Mir ist das klar geworden, als ich das erste Mal auf einer Todesliste stand." Viele Dinge zeige sie allerdings gar nicht erst an: "Traurigerweise werden aufgrund der politischen Lage in Deutschland Hass-Sender sehr geschützt - zum Beispiel durch große Anonymität, nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch bei der Verfolgung einer möglichen Straftat", kritisierte Passmann.

"Unternehmen haben eine viel zu große Macht und eine Handhabe über Menschen, die sie nicht haben dürfen", bemängelte die Autorin weiter. Unabhängig davon seien Menschen im Internet nicht schlechter, sie hätten nur mehr Möglichkeiten, schlecht zu sein. "Das Gute in den sozialen Netzwerken überwiegt genauso wenig wie im echten Leben", sagte Passmann. "Es hilft aber auch nicht, sich daraus zurückzuziehen und es den Vollidioten zu überlassen."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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