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Philosoph Wilhelm Schmid: Internet ist "die Religion der Jugend"

Archivmeldung vom 13.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Wilhelm Schmid Buchmesse Leipzig 2013
Wilhelm Schmid Buchmesse Leipzig 2013

Foto: J. R. Schmid
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Der Philosoph Wilhelm Schmid sieht im Internet "die Religion der Jugend". Die Jungen würden am Computer die Unendlichkeit erleben, so der erfolgreiche Buchautor im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit": "Denn das Internet vermittelt mehr als jeder andere menschengemachte Raum diesen Eindruck. Man kann dafür auch in die Kirche gehen, aber junge Menschen gehen lieber ins Netz."

Und er ergänzt: "Der Heilige Geist weht heute nicht mehr im Himmel, sondern in Kalifornien."

Für Schmid ist Sexualität eine Droge: "Sex ist für mich Inspiration ersten Ranges", sagte er. Von Neurobiologen wisse er, dass dafür Hormone verantwortlich seien: "Das berühmte Serotonin, das vielleicht der Heilige Geist von heute ist, regt das Denken an und lässt uns neue Zusammenhänge sehen. Oxytocin, das Bindungshormon, schlägt durch in Gefühlen wie Geborgenheit", so Schmid. Liebe schenke Sinn, erklärte der Philosoph: "Und diese Erfahrung schafft einen Zustand voller Kreativität." Dabei sei Liebe nicht begrenzt auf die Erfahrung von zweien, die Zärtlichkeit füreinander empfänden. Liebe "durchzieht das gesamte menschliche Sein. Was immer mit Liebe geschieht, sei es im Bezug auf Menschen, auf Dinge, auf Ideen oder auch auf Gott, macht uns schöpferisch."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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