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Mini-Gadget behandelt Thrombose im Auge

Archivmeldung vom 17.09.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.09.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Winziges Präzisionsinstrument heilt Thrombose im Auge.
Winziges Präzisionsinstrument heilt Thrombose im Auge.

Bild: actu.epfl.ch

Mit einem neuen gläsernen Instrument namens "SPOT-RVC" lässt sich eine Thrombose im Auge mit bisher unerreichter Präzision behandeln. Das Gerät haben Forscher am Instant- und Galatea-Lab des Jules-Gonin Hospitals entwickelt. Hierzu haben unter anderem die Universität Lausanne sowie das Unternehmen FEMTOprint kooperiert. Mit dem neuen Device lässt sich ein Präparat direkt in die Vene spritzen, um Gerinnsel aufzulösen.

Nur einen Millimeter dick

Die Erkrankung, genannt retinaler Venenverschluss, beeinträchtigt die Durchblutung des Auges. Das führt schnell zum teilweisen oder völligen Verlust des Sehvermögens. Durch den Blutstau können zudem Blutungen in der Netzhaut auftreten. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Bluthochdruck- und Diabetespatienten sowie Raucher.

Das ganz aus Glas bestehende Gerät ist sechs Zentimeter lang und einen Millimeter dick. Hergestellt wird es per 3D-Druck. Dafür ist FEMTOprint zuständig. SPOT-RVC enthält eine winzige Menge Medizin, die direkt in die Augenvene gespritzt wird. "Wir wollten eine chirurgische Methode zur Behandlung des retinalen Venenverschlusses entwickeln", sagt Thomas J. Wolfensberger, Chefarzt am Jules-Gonin Hospital. Derzeit gebe es keine Therapie für diese Erkrankung. Man könne lediglich die Symptome lindern. Weltweit leiden mehr als 16 Mio. Menschen an einem retinalen Venenverschluss.

Präzision verhindert Fehler

Die Augenvene ist extrem klein. Die Gefäßwände sind äußerst dünn. Das waren die Hauptprobleme bei der Entwicklung des SPOT-RVC, so Charles Baur vom Instant-Lab. "Es ist sehr schwer, eine Nadel hineinzustechen, ohne die gegenüberliegende Gefäßwand zu punktieren", weiß der Wissenschaftler. Er vergleicht es mit dem Bohren eines Lochs in Holz, das kurz vor dem Austritt enden soll.

Das Einspritzen des Medikaments dauert nur eine Millisekunde. Aus diesem Grund habe die Gefäßwand keine Zeit, sich bleibend zu verformen. Das Loch schließt sich gleich wieder. Der Druck, mit dem sich die Nadel hineinbohrt, hänge nicht von der Hand des Chirurgen ab. Er wird vom Instrument selbst aufgebaut, um Schäden zu verhindern. Jetzt muss das Gerät in klinischen Studien getestet werden, um eine Zulassung zu erhalten. "Ich hoffe inständig, dass unser Gerät eines Tages ein nützliches Werkzeug für Augenchirurgen wird", hofft Baur.

Quelle: www.pressetext.com/Wolfgang Kempkens

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