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Oberster Medizinkontrolleur stellt Vorsorgeuntersuchungen in Frage

Archivmeldung vom 28.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Aka / pixelio.de
Bild: Aka / pixelio.de

Der oberste deutsche Medizin-Kontrolleur, der Chef des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Jürgen Windeler, hat den Sinn vieler Vorsorgeuntersuchungen in Frage gestellt. Unter wissenschaftlichen Kriterien seien unter anderem die Tastuntersuchung nach Prostatakrebs, der regelmäßige allgemeine Check-up und das Hautkrebsscreening fragwürdig, sagte Windeler der "Berliner Zeitung".

Die Patienten müssten sich darüber im Klaren sein, dass es bei den Vorsorgeuntersuchungen auch um handfeste ökonomische Interessen der Ärzte gehe. Windeler verlangte eine nüchterne Debatte über Sinn und Zweck der Untersuchungen. "Den Versicherten wird mit einigen Kampagnen ja geradezu ein schlechtes Gewissen eingeredet, wenn sie nicht zu einer Früherkennung gehen. Prominente, die vermutlich nicht wissen, was sie da tun, werden für Werbung eingespannt", beklagte er. Nutzen und Schaden derartiger Untersuchungen lägen jedoch häufig dicht beieinander. Daher sei es vor allem wichtig, dass über Vor- und Nachteile nüchtern und umfassend informiert werde. "Ob man das Angebot dann annimmt, sollte die souveräne Entscheidung eines jeden Einzelnen sein, ohne Druck und ohne Gewissensbisse."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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