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Schulterbrüche: Ruhigstellen heilt so gut wie OP

Archivmeldung vom 10.08.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.08.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Diagnose Schulterbruch: OP muss nicht immer sein.
Diagnose Schulterbruch: OP muss nicht immer sein.

Bild: pixelio.de/Rainer Sturm

Eine OP bei einem verschobenen Schulterbruch bringt laut einer Studie unter der Leitung der Aarhus University keine Vorteile. Wird der Arm drei Wochen mit einer Schlinge ruhig gestellt, führt das laut Forschungsleiterin Inger Mechlenburg zum gleichen Ergebnis. Ein aufwendiger chirurgischer Eingriff scheint also nicht zwingend nötig.

Schonender als eine OP

An der Studie haben 88 Patienten über 60 Jahren teilgenommen. Alle litten unter Brüchen der Schulter, bei denen es zu einer Verschiebung der Knochen gekommen war. Ursache dafür ist häufig ein Sturz. Traditionell erfolgt eine Behandlung mittels einer OP, bei der die Knochen mit Platten oder Schrauben wieder miteinander verbunden werden. Die Hälfte der Studienteilnehmer wurde operiert, beim Rest wurde der Arm nur durch eine Schlinge ruhig gestellt. Alle Patienten erhielten eine Rehabilitation unter der Leitung eines Physiotherapeuten. Sie wurden in der Folge von den Forschern zwei Jahre lang begleitet.

Laut den Wissenschaftlern gibt es keine Unterschiede bei den beiden Behandlungsformen. Grundlage dafür war die eigene Einschätzung der Patienten hinsichtlich Funktionsfähigkeit, Schmerz und Lebensqualität. Diese Ergebnisse wurden nach einem Jahr überprüft. Laut Mechlenburg ist damit nachgewiesen, dass die am wenigsten eingreifende Art der Behandlung auch die beste sei. Damit könnten außerdem die mit einer OP einhergehenden Schmerzen und mögliche Komplikationen verhindert werden. Und auch die Kosten liegen deutlich unter jenen einer teuren OP.

Breite Diskussionen erwartet

Mechlenburg geht davon aus, dass die in "PLOS Medicine" veröffentlichten Forschungsergebnisse zu Diskussionen in der Fachwelt führen werden, da sie die gängige Praxis infrage stellen. "Es ist schwierig, eine klinische Praxis zu verändern - vor allem, wenn es darum geht, weniger statt mehr zu tun." Ausgangspunkt der Studie sei jedoch gewesen, die beste Behandlungsform für genau diese Art von Verletzung zu finden.

Quelle: www.pressetext.com/Moritz Bergmann

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