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Drei Jahre medizinisches Cannabis in Deutschland

Archivmeldung vom 02.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Männliche Hanfpflanze Bild: blu-news.org, on Flickr CC BY-SA 2.0
Männliche Hanfpflanze Bild: blu-news.org, on Flickr CC BY-SA 2.0

Es ist ein kleiner Geburtstag: Seit drei Jahren können Ärztinnen und Ärzte Medizinal-Cannabisblüten oder Vollextrakt in pharmazeutischer Qualität auf einem Betäubungsmittelrezept verschreiben. Damit ist Medizinal-Cannabis in Deutschland zu einem verschreibungs- und erstattungsfähigen Arzneimittel geworden. Mit der Gesetzesänderung, die am 10. März 2017 in Kraft trat, hat sich in Deutschland vieles geändert.

Cannabis in der Medizin - das ist eine alte Geschichte: [i] Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. erwähnt es der griechische Arzt Pedanios Dioskurides in einem medizinischen Standardwerk seiner Zeit. Im 19. Jahrhundert ist es sein irischer Kollege William B. O'Shaughnessy, der mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten den Weg für die medizinische Verwendung von Cannabis in unterschiedlichsten Indikationen ebnet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es im Zuge der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung des Freizeit-Drogenkonsums zu einer zunehmenden Reglementierung der Verwendung. Es wurde weniger verordnet und auch die Forschung kam zum Erliegen. Das änderte sich erst, als es Ende der 1980er-Jahre gelang, den Wirkstoff THC zu isolieren und das Endocannabinoid-System (ECS) [ii] , [iii] entdeckt wurde. Es ist Teil des Nervensystems - zentraler Bestandteil sind die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2, die bei der Aufnahme von Cannabis im Körper eine zentrale Rolle spielen. Zahlreiche Studien weisen auf die positive therapeutische Wirkung von medizinischem Cannabis bei verschiedenen Indikationen hin. Dazu zählen unter anderem neuropathischer Schmerz, schmerzhafte Spasmen bei Multipler Sklerose und Übelkeit (z. B. bei Chemotherapien) oder Appetitlosigkeit.6,7,8

Medizinal-Cannabis - Made in Germany

"Mit Medizinal-Cannabis sind Ärztinnen und Ärzte in der Lage, schwer kranken Patienten sehr wirksame Therapien zur Verfügung zu stellen", sagt Philip Schetter, Geschäftsführer der Aurora Deutschland GmbH. "So ist die schmerzlindernde Wirkung von Cannabis-basierten Medikamenten durch mehrere randomisierte, kontrollierte Studien belegt - für Menschen mit neuropathischen oder tumorbedingten Schmerzen kann das die Lebensqualität erheblich steigern." [iv] , [v]

Die Aurora Deutschland GmbH, einer der führenden Importeure und Großhändler für medizinisches Cannabis (Aurora- bzw. Pedanios-Produkte) liefert an Apotheken und Großhändler in Deutschland. Zurzeit baut die Aurora Produktion GmbH in Leuna, Sachsen-Anhalt, eine High-Tech-Produktionsanlage und investiert einen zweistelligen Millionenbetrag. Ab Ende 2020 soll hier jährlich rund eine Tonne Medizinal-Cannabis-blüten hergestellt werden. Die Produktion unterliegt strengsten Qualitätsstandards. Festgelegte Standardverfahren, strenge Spezifikationen für Temperatur, Luftreinheit und -feuchtigkeit sowie definierte Beleuchtungsdauer und Lichtintensität stellen die hohe Qualität der medizinischen Cannabisblüten sicher. Je nach Sorte zwischen 80 und 110 Tage vergehen vom Beginn des Pflanzzyklus bis zur Ernte der Blüten der Pflanzen per Hand. Aurora ist eines von nur drei Unternehmen, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) den Zuschlag zur Herstellung von medizinischem Cannabis in Deutschland erhalten haben.

Der medizinische Bedarf ist groß

Medizinal-Cannabis steht grundsätzlich in Form getrockneter Blüten oder als Vollextrakt zur Verfügung. Dass der medizinische Bedarf groß ist, zeigen diese Zahlen: Noch im Jahr 2017 - vor der Gesetzesänderung - hatten in Deutschland nur 1.000 Menschen Zugang zu Medizinal-Cannabis. Sie brauchten dafür eine Sondergenehmigung. Bereits ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes waren es rund 8.000 Patientinnen und Patienten. Zurzeit werden schätzungsweise 40.000-60.000 Menschen mit medizinischem Cannabis behandelt. Medizinal-Cannabis kann sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich eingesetzt werden. Die Kosten dafür können nach Genehmigung von den Krankenkassen übernommen werden, sofern eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und andere Medikamente nicht wirken oder nicht angewendet werden können. Wichtig ist dabei die Einschätzung des jeweiligen Arztes, ob durch Medizinal-Cannabis eine spürbare Symptomlinderung erreicht und/oder der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden kann.

Referenzen

[i] Russo EB: History of cannabis and its preparations in saga, science, and sobriquet. Chem Biodivers 2007; 4:1614-1648.

[ii] Console-Bram L, Marcu J, Abood ME: Cannabinoid receptors: nomenclature and pharmacological principles. Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry 2012; 38:4-15.

[iii] Castillo PE, Younts TJ, Chavez AE, Hashimotodani Y: Endocannabinoid signaling and synaptic function. Neuron 2012; 76:70-81.

[iv] Koppel BS, Brust JC, Fife T, Bronstein J, Youssof S, Gronseth G, Gloss D: Systematic review: efficacy and safety of medical marijuana in selected neurologic disorders: report of the Guideline Development Subcommittee of the American Academy of Neurology. Neurology 2014; 82:1556-1563.

[v] Johnson JR, Burnell-Nugent M, Lossignol D, Ganae-Motan ED, Potts R, Fallon MT: Multicenter, doubleblind, randomized, placebo-controlled, parallel-group study of the efficacy, safety, and tolerability of THC:CBD extract and THC extract in patients with intractable cancer-related pain. J Pain Symptom Manage 2010; 39:167-179.

6 Johnson JR, Burnell-Nugent M, Lossignol D, Ganae-Motan ED, Potts R, Fallon MT:Multicenter, doubleblind, randomized, placebo-controlled, parallel-group study of the efficacy, safety, and tolerability of THC:CBD extract and THC extract in patients with intractable cancer-related pain. J Pain Symptom Manage 2010; 39:167-179.

7 Sallan SE, Zinberg NE, Frei E: Antiemetic effect of delta-9-tetrahydrocannabinol in patients receiving cancer chemotherapy. N Engl J Med 1975; 293:795-797.

8 Brisbois TD, de Kock IH, Watanabe SM, Mirhosseini M, Lamoureux DC, Chasen M, Mac-Donald N, Baracos VE, Wismer WV: Delta-9-tetrahydrocannabinol may palliate altered chemosensory perception in cancer patients: results of a randomized, double-blind, placebo-controlled pilot trial. Ann Oncol 2011; 22:2086-2093.

Quelle: Aurora Deutschland GmbH (ots)


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