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Gesundheitsexperte Eckhard Nagel: "Patienten müssen auf Versorgung verzichten"

Archivmeldung vom 08.10.2007

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.10.2007 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Der Gesundheitsexperte Eckhard Nagel sieht keine weiteren Einsparmöglichkeiten bei den Krankenhäusern. Schon der Stellenabbau der letzten Jahre habe mancherorts zu einer schlechteren Versorgung der Patienten geführt.

"Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass es möglich sein wird, zusätzliche Einsparungen im Bereich der Pflege oder des ärztlichen Personals vorzunehmen und dabei die bisherigen Leistungen weiter zu garantieren", sagte der Professor für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Uni Bayreuth im "ZDF-Mittagsmagazin". Die Konsequenz sei: Patienten müssen auf Versorgung verzichten. Das sei weder im Sinne der Politik noch der Versorgung.

Die aktuell veröffentlichten Daten des Krankenhausbarometers, die drohenden Personalabbau und Schließungen von Krankenhäusern dokumentieren, kommen für Nagel nicht unerwartet: "Im letzten Jahr hat es schon entsprechende Zeichen gegeben, dass die neue Belastung, die durch das Gesundheits-Strukturgesetz auch Krankenhäuser betrifft, am Ende zu einer Unterfinanzierung führen wird."

Deutschland habe noch immer das funktionsfähigste und unter Kostengesichtspunkten beste Gesundheitssystem der Welt, meint Nagel und warnt: "Wir sollten gerade im Hinblick auf Kostenminimierung nicht weiter an Schrauben drehen, die zu einer Verschlechterung der Situation führen." Einige Punkte der Gesundheitsreform sieht Nagel im Jahr 2008 als nicht mehr tragfähig an. Zum einen bräuchten die Krankenkassen, die mittlerweile finanziell saniert seien, keine Sanierungsabgabe der Krankenhäuser mehr. Zum anderen müsse es eine "Erleichterung der Refinanzierung von Tariferhöhungen" geben. Die Arbeitgeber und damit die Krankenhäuser dürften nicht alleine auf den Kosten von Tariferhöhungen sitzen bleiben.

Quelle: Pressemitteilung ZDF


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