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Impfstoff-Alternative?: Erster Totimpfstoff gegen Covid-19 nähert sich der Zulassung

Archivmeldung vom 20.10.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.10.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Anja Schmitt
Impfung mit Sputnik V  - SNA, 1920, 20.10.2021 (Foto: © SNA / Maksim Blinov / Zur Bilddatenbank)
Impfung mit Sputnik V - SNA, 1920, 20.10.2021 (Foto: © SNA / Maksim Blinov / Zur Bilddatenbank)

Der französische Impfstoffentwickler Valvena hat vielversprechende Resultate der Phase-3-Studie für einen Totimpfstoff gegen das Coronavirus präsentiert. Sollte das Vakzin zugelassen werden, könnte so ein klassisch entwickelter Impfstoff Skeptiker möglicherweise zu einer Coronaimpfung bewegen. Dies berichtet das russische online Magazin „SNA News“ .

Weiter ist auf deren deutschen Webseite dazu folgendes zu lesen: "Für Menschen, die keine generellen Impfskeptiker sind, aber Bedenken gegenüber der neuartigen mRNA-Technologie von Biontech oder Moderna haben und auch dem Vektorimpfstoff von Astrazeneca nicht trauen, könnte der neue Corona-Impfstoff des französischen Herstellers Valneva die Lösung sein. Erstmals steht mit VLA2001 ein sogenannter Totimpfstoff gegen Covid-19 vor der Zulassung. Totimpfstoffe basieren auf der klassischen Methode der Vakzinentwicklung, mit der es die längsten Erfahrungen gibt. Das Impfmaterial besteht hier aus inaktivierten Erregern, in diesem Fall Sars-Cov-2-Viren. VLA2001 ist bisher der einzige Totimpfstoff gegen Corona, der in Europa entwickelt und getestet wird.

Vielversprechende Resultate der Phase-3-Studie

Valneva, ein an der Börse notierter Impfstoffentwickler, hatte am Montag erklärt, die entscheidende Phase 3 der Studie zur Entwicklung seines Corona-Impfstoffs abgeschlossen zu haben. Bei den Probanden wurde eine Antikörperkonzentration von 95 Prozent festgestellt. Das rückt den Impfstoff in die Nähe des „Corona-Impfchampions“ Biontech. Hinzu kommt eine anscheinend außergewöhnlich gute Verträglichkeit – es traten kaum Nebenwirkungen auf bei den über 4000 Probanden.

Der Impfstoff von Valneva wird, ähnlich wie die meisten anderen bisher zugelassen Corona-Impfstoffe, in zwei Dosen verabreicht, und die Antikörperkonzentration wurde in der Phase-3-Studie zwei Wochen nach Gabe der zweiten Impfdosis gemessen. Die Probanden berichteten auch über signifikant geringere Nebenwirkungen, als beispielsweise bei dem Covid-Impfstoff von Astrazeneca. Schwere Nebenwirkungen traten überhaupt nicht auf. Die Studienteilnehmer berichteten lediglich, dass sie den Einstich der Nadel gespürt hätten und anschließend eine allgemeine, leichte Körperreaktion auf die Impfung.

Anträge auf Zulassung in Großbritannien und der EU laufen

Valneva erklärte, den Impfstoff bereits für ein rollendes Zulassungsverfahren in Großbritannien angemeldet zu haben, wo auch die Phase 3 der Studie, also die direkte Erprobung an Probanden, durchgeführt wurde. Die Dokumente für eine Zulassung bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA werden laut Hersteller gerade vorbereitet.

Parallel zur Beantragung einer Zulassung in Großbritannien und der EU plant der Impfstoffentwickler eine Phase-4-Studie, in der die Wirkung des Vakzins sowohl bei älteren Probanden, als auch bei Kindern und Jugendlichen getestet werden soll. Auch die Wirkung einer dritten „Booster-Impfung“ soll untersucht werden. Mit ersten Ergebnissen wird Anfang 2022 gerechnet.

EU und Deutschland interessiert – UK vorerst raus

Die positiven Neuigkeiten führten am Montag zu einem Kurssprung der Aktie von Valneva. Das war nicht immer so. Im September hatte die britische Regierung einen Vertrag mit dem französischen Pharmakonzern über die Lieferung von 100 Millionen Dosen des Impfstoffs gekündigt. Daraufhin stürzte die Aktie des Konzerns ab.

Mit der EU-Kommission hatte Valneva bereits im Januar Sondierungsgespräche geführt, nach denen Brüssel seine Bereitschaft erklärte, VLA2001 zu kaufen. Nach Medienberichten soll es um bis zu 60 Millionen Dosen gehen. Zu konkreten Abnahmeverträgen ist allerdings nichts bekannt. Sollte der Impfstoff in den nächsten Wochen zur Zulassung in der EU eingereicht werden, dürften sich die Verhandlungen mit der EU-Kommission konkretisieren. Und auch London könnte angesichts der Erfolgswelle von Valvena wieder anklopfen. Die Bundesregierung hat laut ZDF bereits elf Millionen Dosen des Valvena-Impfstoffs in ihre Pandemie-Planungen für 2022 aufgenommen.

„Alternative Impflösung“

Professor Adam Finn von der Universität Bristol, der an der Entwicklung des Impfstoffs beteiligt ist, sagte: “Dies ist eine viel traditionellere Herangehensweise an die Impfstoffentwicklung, als bei den anderen Covid-Vakzinen, die bisher in Großbritannien, Europa und Nordamerika entwickelt wurden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Impfstoff-Kandidat auf dem Weg ist, eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie zu spielen.”

Thomas Lingelbach, Geschäftsführer von Valneva, ergänzte: “Diese Ergebnisse bestätigen die Vorteile, die oft mit Totimpfstoffen assoziiert werden. Wir werden uns dafür einsetzen, unseren ausgereiften Impfstoff-Kandidaten so schnell wie möglich zur Lizensierung zu bringen […] Wir möchten Menschen, die noch nicht geimpft sind, eine alternative Impflösung anbieten.“ "

Quelle: SNA News (Deutschland)

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