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Massive Kritik am bisherigen System der Organtransplantationen

Archivmeldung vom 18.09.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.09.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Organspende: Hoch umstritten da Körperteile bei lebendigem Leib entnommen werden (Hirntot ist nicht Tot).
Organspende: Hoch umstritten da Körperteile bei lebendigem Leib entnommen werden (Hirntot ist nicht Tot).

Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Der Leiter und Geschäftsführende Arzt bei der Stiftung für Organtransplantation (DSO), Detlef Bösebeck, kritisiert im rbb das gültige Transplantationssystem: "Es kann nicht sein, dass Krankenhäuser Geld bekommen und trotzdem nicht einen einzigen Spender gemeldet haben." Der Facharzt für Innere Medizin, zuständig unter anderem für die Region Berlin Brandenburg, verlangt im rbb einen Systemwechsel.

Bösebeck: "Es kann nicht so weitergehen, dass Kliniken Geld erhalten für Tote, die gar nicht auf der Intensivstation sterben. Das sind keine möglichen Organspender." Seine Bilanz über die bisherige Finanzierung von Organspenden fällt drastisch aus: "Das Geld kam bisher nicht da an, wo es hin soll." Detlef Bösebeck hält eine grundlegende Reform des Transplantationsgesetzes für erforderlich. Der Gesetzesentwurf vom Gesundheitsminister sei ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Bösebeck verlangt für die Zukunft, dass die Kliniken zu einer Analyse ihrer Todesfälle verpflichtet werden. Bisher gab es keine Kontrolle über die Arbeit der Entnahmekliniken und deren Transplantationsbeauftragten. Viele existieren nur auf dem Papier und die erforderliche Freistellung und Ausbildung fand erst gar nicht statt, bemängelt Detlef Bösebeck gegenüber dem rbb.

Transparenz sei aber erforderlich, sonst ändere sich nichts. "Im Moment wissen wir nicht, warum eine Uniklinik 18 und die andere nur einen Spender meldet."

Quelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) (ots)

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