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Deutsche Krebshilfe fordert umfassendes Tabakwerbeverbot und kontinuierlich steigende Tabaksteuern

Freigeschaltet am 26.04.2019 um 06:53 durch Andre Ott
(Symbolbild)
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Bild: Screenshot Flicr Account: "Servicewuestenblog Zigarettenwerbung in Deutschland "West" " /Eigenes Werk

Im Kampf gegen den Tabakkonsum und seine vielfach tödlichen Folgen wächst der Druck auf die Bundesregierung: Die Deutsche Krebshilfe fordert ein umfassendes Werbeverbot, das auch für E-Zigaretten gilt, sowie regelmäßig steigende Tabaksteuern. Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, kritisierte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", Deutschland sei bei den Werbeverboten europaweit ein "beschämendes Schlusslicht".

Dies gelte für die Außenwerbung auf Plakatwänden ebenso wie für Werbung im Kino nach 18 Uhr. Er forderte, verboten werde müsse auch die Abgabe von kostenlosen Zigaretten bei Werbeaktionen. Zudem drängt die Krebshilfe darauf, bei der geplanten Erweiterung der Verbote auch Tabakerhitzer und E-Zigaretten zu erfassen. Nettekoven betonte: "Auch wenn diese Produkte im Vergleich zu Tabakrauch schadstoffärmer sind, bedeuten sie für ihre Konsumenten dennoch eine Gesundheitsgefährdung." Speziell junge Menschen und Nichtraucher könnten durch sie in eine Nikotinabhängigkeit geraten. Nettekoven warnte zudem: "Ein eventuell späterer Umstieg auf klassische Tabakprodukte würde die in den letzten Jahren erzielten Erfolge der Tabakprävention nachhaltig gefährden."

Nettekoven forderte darüber hinaus "kontinuierlich vorzunehmende Tabaksteuererhöhungen, die zu einer spürbaren Preiserhöhung führen". Er verwies dazu auf das Beispiel Frankreich. Durch eine erneute Steuererhöhung im März 2019 koste eine Packung Zigaretten in Frankreich aktuell 8,80 Euro. Ab November 2020 solle der Preis auf rund 10 Euro steigen.

Der Tabakkonsum koste Menschenleben und Milliarden von Euro, so Nettekoven weiter. Neben den zahlreichen individuellen Belastungen zahle die Allgemeinheit einen hohen Preis: "Die tabakbedingten Kosten betragen bundesweit jährlich mindestens 80 Milliarden Euro - 25,4 Milliarden Euro entstehen dem Gesundheitssystem, 53,7 Milliarden Euro sind für Produktionsausfälle und Frühverrentungen zu veranschlagen."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)


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