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Pläne zum Hausarztmodell stoßen bei Krankenkassen auf Ablehnung

Archivmeldung vom 10.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Thommy Weiss / pixelio.de
Bild: Thommy Weiss / pixelio.de

Bei den gesetzlichen Krankenkassen stoßen Pläne der Großen Koalition zum so genannten Hausarztmodell auf breite Ablehnung. Das geht aus einer Umfrage des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" bei allen Ortskrankenkassen sowie Ersatz-, Betriebs- und Innungskrankenkassen mit mehr als 500.000 Versicherten hervor.

Danach sind 22 von 26 Kassen, die an der Umfrage teilnahmen, gegen die Koalitionsvereinbarung zur so genannten "hausarztzentrierten Versorgung". Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag beschlossen, die unter der schwarz-gelben Regierung eingeführten Vergütungsbeschränkungen, wonach die Honorare in der hausarztzentrierten Versorgung diejenigen in der Regelversorgung nicht übersteigen sollten, wieder abzuschaffen. Zudem sollen die Krankenkassen weiterhin gezwungen bleiben, ihren Versicherten hausarztzentrierte Versorgung anzubieten.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verteidigte im Interview mit "Report Mainz" die Pläne: Es sei immer SPD-Position gewesen, dass ein größerer Anteil des Gesamthonorars an die Hausärzte gehen müsse. Zudem sei er davon überzeugt, dass diese Regelung den Hausärzten und den Patienten bundesweit helfe. Die so genannte hausarztzentrierte Versorgung (HzV), auch Hausarzt-Modell genannt, ist jedoch seit Jahren umstritten.

Der Hausarzt soll dabei als eine Art Lotse im Gesundheitssystem dienen. Die Patienten binden sich dabei für mindestens ein Jahr an ihren Hausarzt und nehmen dabei Einschränkungen bei der freien Arztwahl in Kauf. So sollen teure Doppeluntersuchungen und unnötige Krankenhauseinweisungen verhindert werden.

Dem Gesundheitsökonomen Stefan Greß zufolge, der zur Hausarztversorgung forscht und seit vielen Jahren vor dem Hausarzt-Modell warnt, gebe es keine umfassenden Studien darüber, dass die Qualität der Versorgung für die Patienten besser geworden sei. "Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen halte ich das Modell der hausarztzentrierten Versorgung insgesamt für gescheitert", urteilte Greß.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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