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"Pille danach" 463.000 Mal verschrieben

Archivmeldung vom 13.02.2014

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.02.2014 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Hartmut910 / pixelio.de
Bild: Hartmut910 / pixelio.de

Im Jahr 2013 wurden von den Apotheken in Deutschland knapp 463.000 Packungen der "Pille danach" abgegeben. Das berichtet die "Bild-Zeitung" mit Verweis auf Daten des Marktforschungsinstituts IMS Health. Pro Verordnung bekommen Ärzte von den Krankenkassen 25 bis 29 Euro Honorar, berichtet die Zeitung weiter. Ob die Pille danach verschreibungspflichtig bleiben soll, ist am Donnerstag Thema im Bundestag.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt aufgrund der relativ guten Verträglichkeit von Levonorgestrel und weil eine ärztliche Untersuchung vor der Einnahme nicht nötig ist, die Pille danach rezeptfrei zugänglich zu machen, weil so ungewollte oder unerwünschte Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche vermieden werden können.

In fast allen europäischen Ländern ist Levonorgestrel zur postkoitalen Empfängnisverhütung ohne Rezept erhältlich. Ausnahmen sind neben Deutschland auch Polen und Italien. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtskunde hat sich gegen eine Entlassung aus der Rezeptpflicht ausgesprochen.

"Pille danach": Union pocht weiter auf Rezeptpflicht

Die Union pocht in der Debatte um die "Pille danach" weiterhin darauf, an der Rezeptpflicht festzuhalten. "Es ist wichtig, dass wir an der Rezeptpflicht für Notfallkontrazeptiva festhalten. Die Rezeptpflicht für die sogenannte `Pille danach` aufzuheben hilft betroffenen Frauen gerade nicht", erklärten der Unions-Gesundheitsexperte Jens Spahn und die Vorsitzende der Gruppe der Frauen, Karin Maag (beide CDU), am Donnerstag. "Wir sollten uns davor hüten, die Diskussion ideologisch aufzuladen. Es geht nicht darum, das Selbstbestimmungsrecht einzuschränken, sondern darum, die Gesundheit der betroffenen Frauen zu schützen."

Frauen, die befürchteten, nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr schwanger geworden zu sein, bräuchten eine kompetente Beratung, erklärten Spahn und Maag weiter. "In einem vertraulichen Arztgespräch kann die für den Einzelfall beste Behandlung gefunden werden." Neben der Opposition hatte sich auch die SPD vehement für die Freigabe der "Pille danach" ausgesprochen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der an der Rezeptpflicht festhalten will, eine "Bevormundung von Frauen" vorgeworfen.

Der Bundestag beschäftigt sich am Donnerstag mit dem Thema und debattiert über die Rezeptpflicht.

Die Schwangerenberatung "Donum Vitae NRW" fordert die rezeptfreie Abgabe der "Pille danach".

Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, stellt sich die von katholischen Laien gegründete Organisation damit gegen die offizielle Haltung der katholischen Bischöfe. Die bestehende Rezeptpflicht stelle "eine unnötige Hürde für eine rasche Anwendung dar", heißt es in einer Stellungnahme der Organisation, die der Zeitung vorliegt. Heute debattiert der Bundestag über eine Abschaffung der Rezeptpflicht für die "Pille danach", die eine ungewollte Schwangerschaft verhindert.

Die Aufhebung der Rezeptpflicht sei "keine medizinische, sondern eine ethisch-moralische Frage", argumentiert die Donum-Vitae-Landesvorsitzende, die frühere Staatssekretärin und Kölner Ex-Bundestagsabgeordnete Ursula Heinen-Esser (CDU) in dem Papier, das allen NRW-Parlamentariern zugehen soll. Im Vordergrund stehe die Frage, wie Frauen und Mädchen nach einem spontanen ungeschützten Geschlechtsverkehr oder einer Verhütungspanne schnell und sicher geholfen werden könne. Die Forderung nach Abschaffung der Rezeptpflicht begründet "Donum Vitae" weiter mit der anerkannten Sicherheit und Wirksamkeit der "Pille danach", fehlenden Risiken bei der Einnahme sowie der hohen Beratungskompetenz in den Apotheken.

Besonders wichtig für einen effizienten Einsatz sei die frühzeitige Einnahme der "Pille danach". "Der Weg zum Arzt kostet Zeit." Gerade am Wochenende und in ländlichen Gebieten seien Mädchen nach einem "Verhütungsunfall" oft allein und überfordert und benötigten viele Stunden, um eine Lösung für sich zu finden. In diesen Regionen, "wo Nacht- und Notdienste auch durch Assistenzärzte ohne gynäkologische Fachqualifikation wahrgenommen werden, kann die ärztliche Beratung diesbezüglich nicht optimal sein".

Quelle: dts Nachrichtenagentur / Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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