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Klinische Studien: Ergebnisse zu positiv dargestellt

Archivmeldung vom 23.02.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.02.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Analyse: Erste Ergebnisse halten oft nicht an. Bild: pixelio.de, Michael Bührke
Analyse: Erste Ergebnisse halten oft nicht an. Bild: pixelio.de, Michael Bührke

Patienten mit chronischen Krankheiten hoffen häufig auf Behandlungsansätze, die in klinischen Studien frühe positive Ergebnisse erzielt haben. Diese ersten Ergebnisse dürften jedoch laut einer Untersuchung der Mayo Clinic bei mehr als einer von drei Studien stark übertrieben dargestellt sein. Laut Forschungsleiter Fares Alahdab war dieses Phänomen bei 37 Prozent der analysierten Studien vorhanden.

930 Studien unter der Lupe

Für ihre Analyse haben die Forscher tausende Artikel der zehn führenden medizinischen Fachzeitschriften mittels Impact-Faktoren untersucht. Diese Faktoren sind ein international anerkanntes Rankingsystem für wissenschaftliche Publikationen. Zusätzlich wurden 70 Artikel mit Meta-Analysen ausgewertet, die vom 1. Januar 2007 bis 23. Juni 2015 veröffentlicht wurden und die Ergebnisse von 930 klinischen Studien enthielten.

Es zeigte sich, dass die ersten oder zweiten Studien in Hinblick auf das Publikationsjahr eine Wirkung meldeten, die 2,67 Mal größer war als jene, die schließlich bei der Veröffentlichung von weiteren Studien publiziert wurden. Die Forscher konzentrierten ihre Analyse auf klinische Studien, die Medikamente oder Geräte zur Behandlung von chronischen Leiden zum Inhalt hatten. Diese Krankheiten, wie Krebs, Schlaganfall, Herzerkrankungen, Diabetes oder Nierenleiden, bleiben über einen längeren Zeitraum bestehen.

Gemäßigte Wortwahl ratsam

"Häufig leben Patienten mit mehr als einer chronischen Krankheit. Sie und ihre Ärzte suchen nach Forschungsergebnissen zu neuen Behandlungsansätzen. Sie müssen sich jedoch dessen bewusst sein, dass die in frühen Studien beobachtete Wirkung sich im Laufe der Zeit nicht bestätigt oder viel geringer sein kann", erklärt M. Hassan Murad, Direktor des Evidence-Based Practice Center der Mayo Clinic.

Murad betont auch, dass die Forscher neue Therapien ausdrücklich begrüßen. "Wir wollen nur, dass den Menschen klar ist, dass die Vorteile in der Praxis, wenn Behandlungsansätze bei Patienten mit verschiedenen Begleiterkrankungen und in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden, geringer sein können als bei den ersten klinischen Studien."

Die Forscher hoffen, dass ihre Kollegen bei der Publikation erster Ergebnisse die Möglichkeit des sogenannten Proteus-Effekts berücksichtigen. Damit wird häufig das Phänomen einer frühen Übertreibung, gefolgt von einer Mäßigung im Laufe der Zeit, beschrieben. Sie hoffen auch, dass die Kollegen ihre Sprache mäßigen, um damit einen falschen Optimismus zu verhindern. Die Ergebnisse der Arbeit wurden in den "Mayo Clinic Proceedings" publiziert.

Quelle: www.pressetext.com/Moritz Bergmann

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