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Der Bundesverband der Pneumologen (BdP) zeigt sich besorgt: Durch die Fokussierung auf Corona werden andere Krankheitsbilder vernachlässigt

Archivmeldung vom 18.12.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.12.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Günter Havlena / pixelio.de
Bild: Günter Havlena / pixelio.de

Pneumologen stehen an vorderster Front bei der Diagnostik, Therapie und Nachsorge von SARS-CoV-2 Infektion - aber auch bei akuten bzw. schwerwiegenden Lungenerkrankungen.

Pneumologen sind im Kampf gegen Covid-19 ganz vorne dabei und bieten, auch in der aktuellen angespannten Situation, ihre umfassende Versorgung an. Sie sind sowohl mit den akut erkrankten Covid-19-Patienten wie auch mit den symptomatischen, wieder (zum Teil) Genesenen konfrontiert.

Gleichwohl sehen Pneumologen die Zurückhaltung vieler Patienten ihren Lungenfacharzt aufzusuchen. Dies hat bereits zu einem Rückgang der Versorgung von Patienten mit Lungenkrebs in den Praxen sowie in den Kliniken geführt. Da diese schwerwiegenden Erkrankungen auch in Zeiten einer Pandemie nicht von allein verschwinden, besteht ohne Therapie die Gefahr der Verschleppung mit möglicherweise tödlichen Verläufen.

Wir als Pneumologen warnen deshalb davor, nur mehr die Covid-Symptome zu thematisieren. Die Pneumologen stehen - wie auch in der Vergangenheit - bereit, ihrem Versorgungsauftrag für alle Patienten mit Lungen- und Bronchialerkrankungen gerecht zu werden. Die Differentialdiagnostik akuter Lungenerkrankungen und auch die Betreuung von chronisch Lungenkranken als besonders gefährdeter Risikogruppe ist mit entscheidend, nicht zuletzt auch um die Krankenhausstrukturen zu entlasten.

Die letzten Monate haben bewiesen, dass Praxen keine besondere Gefahr für die Verbreitung des Virus darstellen: "Durchdachte Hygienekonzepte und regelmäßige Testungen der Mitarbeiter sind selbstverständlich. Es darf nicht sein, dass durch Angst vor Corona die Menschen andere schwere Erkrankungen verschleppen!" so der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pneumologen e.V. (BdP) Dr. Frank Heimann.

Aber auch bei der Nachbetreuung von Patienten, die eine SARS-CoV-2 Infektion durchgemacht haben, zeigen die Pneumologen vollen Einsatz. In den pneumologischen Praxen nimmt die Zahl der Patienten mit langanhaltender, unterschiedlichster Symptomatik nach abgelaufener SARS-CoV-2 Infektion erheblich zu. Um die Folgen der neuen und komplexen Erkrankung mit den Beschwerden der Patienten und den funktionellen Defiziten vollständig zu erfassen, sind komplexe Untersuchungsalgorithmen erforderlich. Eine standardisierte Nachsorge für die in überwiegender Zahl ambulant behandelten Patienten ist bisher nicht beschrieben.

Daher hat der Berufsverband der Pneumologen (BdP) erstmals ein Schema entwickelt, um nach einheitlichem diagnostischem Standard bundesweit eine vollständige Nachuntersuchung der weiterhin symptomatischen Patienten zu gewährleisten. Das Ziel soll sein, die bisher international noch völlig unzureichende Datenlage zu Folgeschäden der Erkrankung strukturiert zu erfassen, um damit den betroffenen Patienten die bestmögliche spezifische Therapie anbieten zu können. Eine nicht interventionelle Studie zur bundesweiten Auswertung der gesammelten Daten läuft als BdP Projekt gerade an: Damit wird der BdP sehr zeitnah detaillierte Daten zum bisher wenig bekannten Krankheitsbild des "long Covid" liefern können.

Quelle: Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP) (ots)


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