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Kakaoschalen wirksam gegen Fettleibigkeit

Archivmeldung vom 25.06.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.06.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Kakaoschalen
Kakaoschalen

Bild: Fred Zwicky

Drei der Phenolverbindungen in Kakaoschalen haben große Auswirkungen auf die Fett- und Immunzellen bei Mäusen, wie Forscher der University of Illinois herausgefunden haben. Damit ließen sich möglicherweise die mit Fettleibigkeit in Verbindung stehenden chronischen Entzündungen und Insulinresistenz rückgängig machen. Die Ergebnisse wurden in "Molecular Nutrition and Food Research" veröffentlicht.

Kaputte Mitochondrien repariert

Kakaoschalen enthalten große Mengen an Protocatechusäure, Epicatechin und Procyanidin B2. Diese bioaktiven Chemikalien sind auch in Kakao, Kaffee und grünem Tee enthalten. Studienleiter Miguel Rebollo-Hernanz hat mit diesen Chemikalien ein Extrakt auf Wasserbasis hergestellt und untersuchte seine Wirkung mit Adipozyten auf weiße Fettzellen sowie mit Makrophagen auf Immunzellen. Mittels Computermodellen und bioinformatischen Techniken wurden auch die Auswirkungen jeder einzelnen Verbindung untersucht.

Als die Fettzellen mit dem Extrakt oder einer der drei Verbindungen behandelt wurden, reparierten sich die geschädigten Mitochondrien in den Zellen. In den Fettzellen sammelte sich weniger Fett an. Damit wurde laut Rebollo-Hernanz die Entzündung blockiert und die Insulinsensitivität wiederhergestellt. Wenn Adipozyten zu viel Fett ansammeln, fördern sie das Wachstum der Makrophagen.

Damit kommt ein giftiger Kreislauf in Gang, bei dem diese beiden Zellarten interagieren und laut Mitautorin Elvira Gonzalez de Mejia Giftstoffe freisetzen, die zu einer Entzündung des Fettgewebes führen. Im Lauf der Zeit beeinträchtigt diese chronische Entzündung die Fähigkeit der Zellen, Glukose aufzunehmen. Die Folgen sind eine Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes.

Mitochondriale Dysfunktion verhindern

Um diesen Vorgang im Labor zu simulieren, züchtete Rebollo-Hernanz Adipozyten in der Lösung, in der zuvor die Makrophagen gezüchtet worden waren. Die entzündlichen Bedingungen erhöhten die oxidative Schädigung in den Mitchondrien der Fettzellen. In den Adipozyten, die in dieser Lösung gezüchtet wurden, waren weniger Mitchondrien enthalten. Die in den Zellen Vorhandenen waren laut dem Forscher geschädigt.

Als das Team die Adipozyten mit den Phenolverbindungen im Extrakt behandelt wurden, kam es zur Differenzierung. Weiße Adipozyten verwandelten sich in beige Fettzellen. Diese sind darauf spezialisiert, Fettgewebe mit einer größeren Zahl vom Mitochondrien zu bilden. So verbessert sich auch die Fähigkeit, Fett abzubauen. Rebollo-Hernanz geht davon aus, dass diese Phenole eine mitochondriale Dysfunktion bei adipösem Gewebe verhindern.

Kakaoschalen sind ein Abfallprodukt bei der Röstung von Kakaobohnen. Rund 700.000 Tonnen Schalen werden jährlich entsorgt. Laut de Mejia kann es bei einer nicht sachgerechten Entsorgung zur Verunreinigung der Umwelt kommen. Für die Kakaoproduzenten könnte sich nicht nur eine neue Einnahmequelle ergeben, es würde auch die Umweltbelastung durch eine Extrahierung verringern. Nach der Extrahierung aus den Schalen könnten die Phenolverbindungen Lebensmitteln oder Getränken beigefügt werden.

Quelle: www.pressetext.com/Moritz Bergmann

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