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"Clarigent" erkennt Anzeichen für einen Suizid

Archivmeldung vom 19.06.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.06.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Depression: "Clarigent" erkennt Anzeichen.
Depression: "Clarigent" erkennt Anzeichen.

Bild: pixabay.com, StockSnap

Die neue App "Clarigent" analysiert Sprachmuster von Menschen, um Hinweise für Suizidabsichten zu erkennen. Die Anwendung ist vom US-Unternehmen Clarigent Health entwickelt worden. Die Datenbank basiert auf Sprachmustern, die aus mehr als 1.000 Abschiedsbriefen sowie Sprachaufzeichnungen aus Krankenhäusern sowie Notaufnahmen im Raum Cincinnati und West Virginia stammen.

Anhaltspunkte finden

"Solche Anwendungen können einen Anhaltspunkt bieten in der Analyse, aber nicht das respektvolle persönliche Gespräch ersetzen. Facebook und Google haben bereits an ähnlichen Ansätzen gearbeitet", so Astrid Fischer von der deutschen Telefonseelsorge gegenüber pressetext. Eine Sprachanalyse könne dabei helfen, auf Veränderungen des Seelenzustands aufmerksam zu werden. "Allerdings kommt es darauf an, wie mit den Analyseergebnissen umgegangen wird. Die individuellen Bedürfnisse des Patienten müssen einbezogen werden und es braucht eine professionelle Begleitung", resümiert Fischer.

Die Anwendung ist in Therapien bereits 700 Mal bei fast 500 Patienten zum Einsatz gekommen. Versuche zeigen, dass Clarigent sogar zwischen gefälschten und echten Abschiedsbriefen unterscheiden kann. "Dieser Ansatz könnte einen Durchbruch bedeuten", sagt John Banchy, President des Children's Home of Cincinnati. Bevor die Aufnahmen gemacht werden können, muss der Patient und im Falle eines Kindes dessen Eltern einwilligen.

Viele Fragen ungeklärt

Dennoch wirft Clarigent Fragen auf: So ist nicht klar, wie die Anwendung auf regionale Akzente reagiert. Des Weiteren ist strittig, in welcher Entfernung die Aufnahme des Nutzers gemacht werden muss, damit es zu keiner Verfälschung der Analyse kommt. Vielleicht wäre es überdies sinnvoll, nicht nur die Sprachmuster, sondern auch die Körpersprache in die Untersuchung einzubeziehen. Dann müssten allerdings auch Videoaufnahmen in die Anwendung integriert werden.

Quelle: www.pressetext.com/Carolina Schmolmüller

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