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Offenbar zunehmend Erkrankungen durch Lachgas-Konsum - Kölner Chefarzt spricht von endemischen Ausmaßen

Archivmeldung vom 05.02.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.02.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Chefarzt: Prof. Dr. Volker Limmroth
Chefarzt: Prof. Dr. Volker Limmroth

Bild: Screenshot www.kliniken-koeln.de

Die Zahl schwerer körperlicher Schäden durch einen Überkonsum von Lachgas nimmt offenbar zu. "Das Ganze nimmt allmählich endemische Ausmaße an", sagte der Kölner Neurologe Volker Limmroth im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Limmroth ist Chefarzt am Klinikum Köln-Merheim. "Im Herbst hatten wir die ersten vereinzelten Fälle, inzwischen kommen fast jede Woche Patienten mit extremem Vitamin B12-Mangel in die Klinik", ausgelöst durch intensiven Konsum von Distickstoffmonoxid, umgangssprachlich Lachgas. Betroffen seien fast immer junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren. Die Folgen bei den Patienten seien mitunter irreversible Schäden am Rückenmark. "Neulich wurde ein junger Mann in die Notaufnahme gebracht, gestützt von zwei Angehörigen, der gar nicht mehr alleine laufen konnte. Er wird vermutlich sein Leben lang unter Nervenschäden leiden", sagt Limmroth.

Lachgas verursacht kurzzeitig ein Gefühl von Euphorie und Entspannung. Der Konsum steigt in vielen Ländern Europas. Die möglichen gesundheitlichen Folgen des als Partydroge missbrauchten Narkotikums sind weit weniger bekannt.

Das Thema sei in der Medizin und erst recht in der breiten Bevölkerung noch gar nicht richtig angekommen, beklagt Limmroth. Er fordert - wie in den Niederlanden, Großbritannien und Skandinavien schon umgesetzt - ein Verbot des freien Erwerbs und Besitzes von Lachgas auch in Deutschland.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger (ots)

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