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Börsen-Zeitung: Beruhigungsmittel

Archivmeldung vom 30.10.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.10.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Die Erwartungen der Investoren an die Quartalszahlen von Fresenius waren nicht hoch gesteckt. Zwar ist der Gesundheitskonzern seit den desaströsen Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr wieder auf stabiles Fundament zurückgekehrt, doch die eine oder andere Überraschung war dabei nicht ausgeblieben.

Das Management hatte frühzeitig auf 2019 als Übergangsjahr eingestimmt, in dem keine Gewinnsteigerung zu erwarten ist, weil intensiv in Wachstumsprojekte und Effizienz investiert wird, um langfristig wieder glänzen zu können. Auf dem Weg zu diesem Ziel kommt Fresenius solide voran. Unerwartete neue negative Nachrichten würde der Markt auch nicht goutieren.

Sorgen waren dennoch vorhanden, weil die ebenfalls im Dax geführte Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) im US-Markt immer wieder unerwartet mit regulatorischen Anpassungen konfrontiert ist. Zuletzt gab es zum Beispiel Anpassungen der Vergütung in Behandlungsprogrammen, die gemeinsam mit der staatlichen Gesundheitsbehörde aufgesetzt worden sind. Dieser Effekt belastet auch im jüngsten Quartal, die Ergebnisentwicklung konnte dank eines starken operativen Geschäfts gleichwohl verbessert werden. Das lässt aufatmen. Mancher Analyst bescheinigt FMC sogar eine der besten operativen Entwicklungen seit vielen Jahren.

Für Entspannung sorgt auch die Performance im Geschäft mit Infusionstherapien der Tochtergesellschaft Kabi. Hier war befürchtet worden, dass die Abschwächung im US-Markt zu einer Korrektur der Prognose in dem Segment führen könnte. Den gestiegenen Wettbewerbsdruck in Nordamerika hat die Sparte jedoch mit einem fulminanten Wachstum in Schwellenländern teilweise ausgeglichen. Es gibt also keine Gewinnwarnung für die Sparte, allein die Umsatzerwartung für das Geschäft in Nordamerika wird nach unten angepasst. Das ist zu verschmerzen.

Für positive Überraschung sorgt diesmal die Krankenhaussparte Helios, die im ersten Halbjahr in Deutschland deutliche Schwächen zeigte. Im dritten Quartal sind nun die Fallzahlen erstmals wieder gestiegen. Dieser Lichtblick schließt die Ergebnisentwicklung in dem Segment noch nicht ein, hier muss Fresenius einen Endspurt einlegen, um das Jahresziel zu erreichen. Die von Fresenius verabreichten Beruhigungsmittel haben den Puls der Investoren gesenkt und die Aktien beider Dax-Konzerne deutlich beflügelt. Bis zu früheren Bewertungen ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Sabine Wadewitz

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