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Im Maschinenraum: Zur Lage bei der HypoVereinsbank

Archivmeldung vom 10.12.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.12.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass ein neuer Chef alle Hebel in Bewegung setzt, um den von ihm geführten Konzern nach seinen eigenen Vorstellungen zu formen. Insofern reiht sich Andrea Orcel an der Spitze von Unicredit in dieses Bild ein. Der seit April wirkende CEO der größten italienischen Geschäftsbank gab auf einem Kapitalmarkttag eine Marschrichtung vor, die von den Schlagwörtern Vereinheitlichung von Arbeitsabläufen, Abbau von Komplexität und Kostenreduktion geprägt war. Im Kern will der Topmanager über Effizienzzuwächse und organisches Wachstum die Profitabilität steigern.

Für den Vorstandssprecher der HypoVereinsbank (HVB), Michael Diederich, bedeutet dies, sich in den Maschinenraum zu begeben, um die deutsche Tochtergesellschaft auf eine höhere Rendite zu trimmen. Schließlich lautet die Vorgabe aus der Mailänder Konzernzentrale: Die Deutschland-Aktivitäten sollen bis 2024 mit über 1 Mrd. Euro Nettogewinn rund ein Viertel zum gesamten Ergebnis der Gruppe beitragen. Das ist ambitioniert, wenn man sich vor Augen führt, dass die HVB diese Milliardenschwelle zuletzt 2017 erreicht hatte. Seitdem dümpelt das Institut so dahin.

Sondererträge in Form von Erlösen aus Immobilienverkäufen und eine überschaubare Risikovorsorge halfen bisher, im Zinstief besser über die Runden zu kommen als die Commerzbank und die Deutsche Bank. Personalabbauprogramme unter der Aufsicht der Eigentümerin trugen zuletzt dazu bei, den Anstieg der Verwaltungskosten abzubremsen.

Doch unter Orcel, zugleich Chefaufseher der HVB, geht der Schrumpfkurs in Bezug auf die Mannschaftsstärke weiter. Denn die Nutzung von Banken-Apps durch Kunden beschleunigt sich in der Corona-Pandemie. Die HVB plant, bis Ende 2023 etwas mehr als 1000 Stellen zusätzlich abzubauen. Rund 50 Filialen werden geschlossen. Das trifft vor allem den Retailbereich. Zur Erinnerung: Vor zehn Jahren zählte die HVB noch rund 20.000 Beschäftigte, heute sind es etwas mehr als 11.000. Der Trend geht Richtung 10.000. Für Diederich bedeutet das Mehraufwand aufgrund von Abfindungen. Das drückt zunächst das Ergebnis.

Derweil gleicht die Zusammenlegung von Betreuern aus dem Mittelstandsbereich und aus dem Investment Banking einem Experiment, welches das Risiko des Scheiterns birgt. Davon können die beiden großen Wettbewerber aus Frankfurt ein Lied singen. Dafür müsste aber Orcel geradestehen. Er nimmt schließlich die HVB operativ stärker an die Kandare.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Stefan Kroneck

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