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Westfalenpost: Der Schein ist gewahrt

Archivmeldung vom 09.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Aus Sicht der Kreiswehrersatzämter ist fast jeder zweite junge Mann für den Wehrdienst ungeeignet. Doch die höchste Ausmusterungsquote in der Geschichte der Bundeswehr sagt über die Gesundheit der Anwärter kaum etwas aus.

Über den zweifelhaften Stellenwert der Wehrpflicht hingegen viel. Und über die mangelnde Wehrgerechtigkeit noch viel mehr. Mit den hohen Ausmusterungszahlen soll kaschiert werden, dass die Truppe vergleichsweise wenig Rekruten braucht. Diese Tatsache schwächt die ohnehin umstrittene Wehrpflicht. Die Statistik hilft, den Schein von Wehrgerechtigkeit, an die Verteidigungsminister Jung so fest glaubt, zu wahren. Tatsächlich stehen mehr junge Männer zur Verfügung, als die Bundeswehr derzeit braucht. Wäre ihr Bedarf höher, so würden die Zahlen der Ausgemusterten drastisch fallen. Die Prozedur im Kreiswehrersatzamt, die vielen in schlechter Erinnerung geblieben sein dürfte, ist eben vielfach auch Auslegungssache.

Quelle: Westfalenpost (von Jörg Fleischer)


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