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Neue OZ: Die Reißleine

Archivmeldung vom 17.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Ministerpräsident McAllister zieht die Reißleine. Nach nur einem halben Jahr Amtszeit muss Agrarministerin Grotelüschen gehen, weil sie für die Koalition zu einer unerträglichen Belastung geworden war. Endgültig zum Verhängnis wurde ihr, dass sie nicht überzeugend den Vorwurf entkräften konnte, als frühere Prokuristin eines Putenbetriebs in Neubrandenburg Arbeiter mit Billiglöhnen von ein paar Euro pro Stunde abgespeist zu haben. Spätestens mit dieser Verantwortung war Grotelüschen politisch verbrannt.

Aber ihre Berufung bildete eigentlich von Anfang an eine Fehlkonstruktion. Der damalige Regierungschef Wulff hatte offenbar völlig unterschätzt, welches Risiko aus der familiären und beruflichen Verbindung der Ministerin zu einem Musterbetrieb der Agrarindustrie erwachsen würde. Auch wenn man ihr keine groben handwerklichen Fehler in der Amtsführung unterstellen konnte, war sie angreifbar und abgestempelt als "Agrarlobbyistin" - und deswegen sogar für die Branche selbst zu einem Störfaktor geworden.

Wenn McAllister heute als Nachfolger Ex-Staatssekretär Lindemann präsentieren sollte, so wäre das ein Coup. Der 63-Jährige ist nicht nur bundesweit einer der klügsten und geachtetsten Köpfe im Agrarbereich, sondern kennt Niedersachsen auch noch wie seine Westentasche. 

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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