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WAZ: Karlsruhe prüft Hartz IV für Kinder

Archivmeldung vom 20.10.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.10.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Kinder sind ein Erwachsener minus X. Klingt wie aus einer anderen Zeit? Nein. Stammt mitten aus dem politischen Alltag des 21. Jahrhunderts. Denn genau so hat die Politik Kinder eingestuft, als die Regelsätze für Hartz IV bestimmt wurden.

Unter 14-Jährige, so legten sie damals fest, haben Anspruch auf 60 Prozent dessen, was sie etwa der Großmutter fürs Essen bewilligen. Aber wie realitätsfern müssen Politiker eigentlich sein, die derartige Vorgaben machen? Wissen sie wirklich nicht, dass ein Kind, anders als ein Erwachsener, von einem Winter auf den anderen aus seinen Schuhen herauswächst? Und was hat eine Pauschale von 50 Cent fürs Ansparen einer Waschmaschine in einer Kinder-Berechnung zu suchen? Absurdistan lässt grüßen. Nein, mit einer kinderfreundlichen Politik hat das nicht viel zu tun. Sicherlich, der Staat ist hoch verschuldet. Doch es geht bei den Hartz-IV-Kindern nicht um eine Luxus-Unterstützung. Es geht darum, dass sich Politiker die Mühe machen und ermitteln, was ein Kind tatsächlich braucht, um einigermaßen angemessen am ganz normalen Leben teilhaben zu können. Dass Gerichte bemüht werden müssen, um ihnen das zu ermöglichen, das ist das eigentlich Beschämende.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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