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Rheinische Post: Oettingers Wechsel

Archivmeldung vom 26.10.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.10.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Wenn jemand bei der Besetzung einer Position zum Zuge kommt, obwohl er nicht erste Wahl war, kann sich die Personalentscheidung dennoch später als richtig erweisen. Warum also sollte der flinke Technokrat Günther Oettinger, ein auf dem Feld der Ökonomie versierter Kopf, als EU-Kommissar eine Fehlbesetzung sein?

Es gilt - abgewandelt - das Bismarck-Wort: Man setze den Mann aufs Pferd, reiten wird er schon können. Wie man hört, hätte die Bundeskanzlerin gerne Hessens Regierungschef Roland Koch als deutschen EU-Kommissar gesehen. Koch mochte nicht wechseln, er will lieber in Wiesbaden der Erste sein, anstatt in Brüssel einer unter Mehreren. Oettinger war seit 2005 in Stuttgart der Erste, aber er wäre es nicht mehr lange geblieben: Denn in der Südwest-CDU, die dort seit 56 Jahren die Ministerpräsidenten stellt, verfestigte sich der Eindruck, dass Oettinger zwar ein fleißiger Politik-Manager sei, es ihm aber an einem politischen Kompass und oft auch an Geschick fehle. Mit dem Angebot, das Oettinger nach Lage der Dinge kaum ablehnen konnte, verschaffte Merkel der CDU in Baden-Württemberg die letzte Chance, sich rechtzeitig zur Landtagswahl Anfang 2011 an der Spitze zu erneuern.

Quelle: Rheinische Post

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