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Börsen-Zeitung: Schwindelerregend

Archivmeldung vom 30.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Bei der Fondsgesellschaft DWS dreht sich das Personalkarussell inzwischen so schnell, dass Beobachtern schwindlig werden kann. Der letzte größere Umbau der Führungsmannschaft liegt gerade einmal anderthalb Jahre zurück, jetzt überrascht die Deutsche-Bank-Tochter mit einem neuen Sprecher der Geschäftsführung und Global CEO. Wolfgang Matis, der zuvor bei der Mutter im Investment Banking in leitender Position tätig war, wird nach Udo Behrenwaldt, Axel Günter Benkner, Europa-Chef Stephan Kunze und Klaus Kaldemorgen der fünfte Chef in zehn Jahren.

Neben dem permanenten Wechsel in der Führungsmannschaft irritieren auch die nicht minder häufigen Strategieschwenks. Hier sei an den jüngst abgeblasenen Ausflug ins Zertifikategeschäft erinnert. Und auch bei der 2009 vorgenommenen Zentralisierung des Fondsmanagements in Frankfurt, auf Kosten von Standorten in Asien und den USA, mag die Frage erlaubt sein, ob diese der Förderung des Auslandsgeschäfts wirklich zuträglich war.

Zu häufiger Wechsel bringt Unruhe und Reibungsverluste. Genau das kann sich Kevin Parker, Chef des weltweiten Asset Management der Deutschen Bank und damit auch zuständig für die DWS, nicht leisten. Kann man doch die zuletzt abgelieferten Zahlen seines Bereichs getrost als verbesserungswürdig bezeichnen: Zum Vorsteuerergebnis des Konzerns von 3,3 Mrd. Euro trug das Asset Management in den ersten neun Monaten 2010 gerade mal 135 Mill. Euro bei. Mögen dazu auch Belastungen durch die BHF-Bank beigetragen haben: Mit 4 (i.V. 11)% verfehlte die Eigenkapitalrendite vor Steuern im dritten Quartal deutlich den Zielwert der Deutschen Bank.

Daher ist es durchaus möglich, dass sich bei der Bank demnächst jemand die Frage stellen wird, ob ein eigener Asset Manager noch gebraucht wird. Die Idee ist nicht ganz neu, zuletzt war ein Verkauf der DWS im Jahr 2000 im Zuge der geplanten Fusion mit der Dresdner Bank im Gespräch. Inzwischen ist viel passiert. Die Commerzbank hat die Cominvest abgegeben, die Unicredit sucht nach einem Käufer für Pioneer und Barclays hat das Fondsgeschäft an Blackrock verkauft. Matis, der aus dem Mutterhaus kommt, muss schnell Erfolge vorweisen. Nur dann werden solche schwindelerregenden Gedankenspiele wieder in der Versenkung verschwinden.

Quelle: Börsen-Zeitung

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