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Neue Westfälische (Bielefeld): Lobbyrepublik Deutschland

Archivmeldung vom 27.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Mieter müssen sich im kommenden Jahr entweder warm an- oder aber aus den vertrauten vier Wänden ausziehen: Der jüngste Streich der schwarz-gelben Bundesregierung wird Millionen von Bürgern ein Loch in die Haushaltskasse reißen, das viele kaum ausgleichen können. Es fehlt ja schon jetzt an allen Ecken und Kanten.

Dass Hausbesitzer die Kosten für die energetische Gebäudesanierung auf ihre Mieter abwälzen dürfen, macht aus der Umverteilungswelle von unten nach oben einen Tsunami und ist Teil eines Paradigmenwechsels im bisherigen Mietrecht - das den Eigentümern schon lange ein Dorn im Auge ist. In der Lobbyrepublik Deutschland war es also nur eine Frage der Zeit, bis aus Mietern Goldesel gemacht werden. 20.000 Euro kommen für ein neues Dach und neue Fenster schnell zusammen. Doch wurden Eigentümer früher mit der steuerlichen Absetzbarkeit von Investitionen oder anderen Subventionen gelockt, will die Regierungskoalition die Kosten für die staatlich verordnete Sanierung in Zukunft auf die Mieter abschieben - und damit auf Millionen von Bürgern, die finanziell ohnehin mit dem Rücken zur Wand stehen. Klimaschutz ist wichtig, muss aber für alle bezahlbar bleiben.

Quelle: Neue Westfälische

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