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Neue OZ: Korrupte Eliten

Archivmeldung vom 21.10.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.10.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Afghanistan wird niemals eine zweite Schweiz. Aber so ein Trauerspiel? Das können NATO, UNO und EU doch nicht vor Augen gehabt haben, als sie nach dem 11. September 2001 die Terrorherrschaft der Taliban in Kabul beenden halfen.

Der Wahlbetrug geht auf das Konto von Präsident Karsai und seines Lagers. Das Wort Demokratie dürfte jedoch auch bei der Not-Stichwahl wie eine Farce klingen. Wer einmal beim Fälschen ertappt wurde, ohne eine Strafe zu bekommen, manipuliert weiter, nur geschickter.

Dass eine korrupte Elite die neue Klasse Kabuls darstellt, verdeutlicht das Scheitern der westlichen Staaten bei ihren Bemühungen, ein kriegszerstörtes Land in eine bessere Zukunft zu führen. Es rächt sich nun bitter, dass beim Aufbau eines Staatswesens die UNO versagt hat. So wie Deutschland katastrophalerweise nur einige Polizeiausbilder geschickt hat, so brach Italien sein Versprechen, die Justiz aufzubauen.

Jetzt haben die Taliban die Hauptstadt eingekreist. Bei der ersten Wahl lag die Beteiligung der Afghanen bei weit unter 40 Prozent. In zwei Wochen dürften noch weniger ihre Stimme abgeben - teils aus Angst vor den Fanatikern, teils aus Frust über korrupte Politiker, die mit Dollars und Euros aus Washington und Berlin gefüttert werden. Die Frage vieler Bürger ist berechtigt: Warum sollen deutsche Soldaten dafür ihr Leben riskieren? 

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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