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Neue OZ: Die Mark hätte Vorzüge

Archivmeldung vom 13.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Was haben der bayerische Märchen-König Ludwig II. und die D-Mark gemeinsam? Sie haben selbst lange nach ihrem Ende eine ganze Menge Anhänger - und beide kommen garantiert nie mehr zurück.

Der Euro ist das am stärksten verbindende Element Europas. Wenn sich Deutschland als Europas Wirtschaftsmotor aus der Währungsunion verabschieden sollte, bricht Europa auseinander. Die Folgen wären unabsehbar. Der europäische Kurs würde ad absurdum geführt, Europa fiele zurück in die Kleinstaaterei.

Schäubles Haltung gegen die D-Mark ist alternativlos. Sie wäre allerdings glaubwürdiger, wenn der Minister auch die Gegenargumente akzeptieren würde. Denn die D-Mark hätte auch Vorzüge: Zwar würden in Deutschland produzierte und ins Ausland verkaufte Güter aufgrund einer starken Mark teurer, eine starke, nationale Währung macht importierte Waren aber auch billiger. Schulden beim Ausland würden im Zuge einer Aufwertung der D-Mark abgewertet werden, und die Zinsen sinken. Ein Teil der Deutschen könnte von einer Wiedereinführung wirtschaftlich profitieren. Aber im Sinne der europäischen Sache müssen einzelne Interessen zurückstehen.

Der Euro wird ein ungeliebtes Kind bleiben. Insbesondere deshalb, weil die Bundesbürger über seine Einführung nie abstimmen durften.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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