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Rheinische Post: Ampelmännchen gibt den Weg frei

Archivmeldung vom 15.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Wahrscheinlich ist FDP-Landeschef Andreas Pinkwart nun genau das, was er nicht sein wollte - Steigbügelhalter der ersten rot-rot-grünen Koalition. Mit seinem Ampelgehampel jedenfalls hat Pinkwart es SPD-Landeschefin Hannelore Kraft erleichtert, ein Linksbündnis zu schmieden.

Vor der Wahl hatten die Liberalen werbewirksam ihre Ablehnung einer Ampelkoalition mit SPD und Grünen herausgestellt, um nach der Wahl auf das Kleingedruckte zu verweisen, das ihnen ein solches Bündnis ermöglicht hätte. Mit diesem Politikverständnis von Winkeladvokaten haben die liberalen Ampelmännchen nicht nur die Öffentlichkeit, sondern vor allem sich selbst in Verwirrung gestürzt. Die NRW-FDP steht vor einem Scherbenhaufen. Die verschmähten Sozialdemokraten und Grünen können für sie überraschend schnell darauf verweisen, dass für einen echten Politikwechsel nur die Linke als Partner bleibt. Schritt für Schritt wird Frau Kraft die Skeptiker in ihrer Partei wie im Wahlvolk an diese "Tatsache" gewöhnen. Diese Taktik kann aufgehen, weil sich Kraft im Anstreben von Rot-Rot-Grün geschickter verhält als Andrea Ypsilanti in Hessen. Zusätzlich stabilisierend wirken die steigenden Umfragewerte aller linken Parteien auf Bundesebene. Hannelore Kraft ist dem Ministerpräsidentenamt gestern einen ganzen Schritt näher gekommen.

Quelle: Rheinische Post

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