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WAZ: Ein guter Ruf ist auch Geld wert

Archivmeldung vom 09.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Wir wollen Kleidung, am besten viel für wenig Geld. Den Preis dafür zahlen auch Arbeiter in Billigstlohnländern wie Bangladesch. Das kleine Nachbarland Indiens, in dem das monatliche Pro-Kopf-Einkommen nicht einmal 40 Euro beträgt, lebt vor allem vom Textilien-Export.

Wäre unsere Gier nach Billigklamotten geringer, gäbe es in Bangladesch wohl weniger Arbeit. Doch wir müssen uns die Frage stellen, ob bessere Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern nicht ein paar Euro mehr pro Kleidungsstück wert sind.

Und deutsche Handelsfirmen müssen sich fragen, ob es nicht wirtschaftlich unsinnig ist, mit sozialer Verantwortung zu werben, wenn sie wegen mieser Arbeitsbedingungen bei Zulieferern in die Kritik geraten und so ihren Ruf gefährden. Wer in Bangladesch Ware kauft, weiß: Dort werden Mindeststandards unterlaufen, der Druck vom Weltmarkt ist schließlich groß. Eine Firma kann aus Betriebsinteresse eines tun: Arbeitsbedingungen bei Zulieferern regelmäßig kontrollieren, Missstände veröffentlichen und vor allem beseitigen. Das wäre eine soziale Verantwortung, die sich auch an den Kassen in Deutschland auszahlt.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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