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Neue Westfälische (Bielefeld): Gut und böse

Archivmeldung vom 21.12.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.12.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Was für Deutsche und Polen das ostpreußische Tannenberg war, verbinden Serben und Albaner mit dem Amselfeld im heutigen Kosovo. Beides sind Stätten nationaler Emotionen. Ressentiments und Rachegelüste sind damit verbunden und ließen sich über die Jahrhunderte an den dort geführten Schlachten, den Siegen und den Niederlagen mobilisieren. Daran sollte sich die deutsche Politik erinnern. Selbst nach der totalen Niederlage des Zweiten Weltkriegs brauchten die Deutschen endlos Zeit, sich mit dem Verlust der Ostgebiete abzufinden. Die gleiche Leistung aber sollen die Serben möglichst umgehend vollbringen. Eine emotionale Überforderung, gilt doch das Kosovo historisch und kulturell als die Wiege des Serbentums.

Mahnungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel an die serbische Regierung, die Unabhängigkeit des Kosovo zu akzeptieren und die Unterstützung der Serben im Norden des Landes einzustellen, mögen nach der deutschen Interpretation des Völkerrechts korrekt sein, hilfreich sind sie dennoch nicht. Deutsche Belehrungen kommen in Serbien nicht gut an. Ein weiteres Erbe aus der jüngeren Geschichte. Merkel sollte sich hüten, europäische Politik ohne Sensibilität für die Belastungen aus der Vergangenheit zu betreiben. Europa ist zu einem Friedensraum geworden, weil kleine und große Staaten sich auf Augenhöhe begegneten und als gleichwertig betrachteten. Daraus wuchs Gemeinsamkeit, nicht aus deutschem Wesen. Doch auf dem Balkan hat nicht nur die deutsche Diplomatie versagt. Fehler machte die Europäische Union als ganzes. Statt die Staaten des früheren Jugoslawien dabei zu unterstützen, einen Neubeginn in einer Union nach EU-Vorbild zu starten, teilte man die Region in Gute und Böse auf. Das rächt sich jetzt, weil Belgrad spürt, ihm sei die Rolle des Bösen zugewiesen.

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) (ots)

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