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Rheinische Post: Arcandors Fall

Archivmeldung vom 06.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Als Karl-Gerhard Eick am 1. März als Chef von Arcandor anfing, war für den langjährigen Telekom-Vorstand eines klar: "Ich stehe für eine Zerschlagung nicht zur Verfügung." Tatsächlich läuft der Rest seiner wohl nicht mehr allzu langen Amtszeit auf nichts anderes hinaus, als den Konzern zu zerlegen: Karstadt landet bis Jahresende sowieso bei der Metro-Tochter Kaufhof.

Falls die nun wahrscheinlich gewährten Staatskredite dazu führen, dass die Übernahmegespräche Kaufhof-Karstadt mit mehr Augenmaß geführt werden  den Belegschaften mag es recht sein. Ordnungspolitisch ist es aber falsch. Und schlimm wäre es, wenn ein Teil des Geldes den Arcandor-Aktionären zugute käme. Es ist gut, dass dieEigentümer nun stärker ins Risiko gehen müssen. Nach der Karstadt-Übergabe sollte es Schlag auf Schlag gehen: Es macht keinen Sinn, eine riesige Konzernholding in Essen zu behalten, um die völlig getrennten Geschäfte Primondo (früher Quelle) und Thomas Cook (Tourismus) zu koordinieren. Für beide Unternehmensteile stehen Interessenten bereit. Eick sollte schnell die Verkaufsgespräche beginnen, bevor er erneut um Staatsgelder buhlen muss. Der 55-jährige wird sich sagen, dass er am 1. März besser beim alten Arbeitgeber geblieben wäre.

Quelle: Rheinische Post (von Reinhard Kowalewsky)

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