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Neue OZ: Fragwürdige Freundlichkeit

Archivmeldung vom 15.12.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.12.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Wie ein Mahnmal mutet der höchste Turm der Welt in Dubai an: Mit seinen 818 Metern ist das "Burj Dubai" Ausdruck und Sinnbild des gigantischen Größenwahns im bevölkerungsreichsten der Vereinigten Arabischen Emirate - und seines Scheiterns. Dass der reiche Nachbar Abu Dhabi nun einspringt, mag die Krise in Dubai etwas entschärfen. Gelöst wird sie dadurch nicht.

Anzunehmen, die Zehn-Milliarden-Dollar-Spritze käme aus reiner Freundlichkeit, wäre naiv. Zum einen verpflichtet die Föderation die Emirate zum Zusammenhalt, zum anderen wird Dubai zweifelsohne einen (politischen) Preis zahlen müssen. Wie hoch dieser ausfällt, ist offen.

Den eigentlichen Preis aber zahlen ohnehin die ausländischen Gläubiger. Die Finanzspritze aus Abu Dhabi nämlich stärkt Dubais Position, wenn es darum geht, Verzögerungen bei der Rückzahlung der Kredite auszuhandeln. Zudem hat der Vorsitzende des obersten Finanzkomitees von Dubai, Scheich Ahmad bin Said al Maktum, angedeutet, Gläubiger aus den Emiraten gegenüber ausländischen Firmen bevorzugen zu wollen.

Zumindest für westliche Investoren ist die Finanzspritze somit eine sehr fragwürdige Freundlichkeit. Und auch die für den 4. Januar geplante Eröffnung des "Burj Dubai" wird einen faden Beigeschmack haben - wer will schon am Fuße eines Mahnmals feiern?

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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