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Auf dem Absprung

Archivmeldung vom 17.12.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.12.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Die Dreier-Fusion der Berliner Wohnungskonzerne Ado Properties, Adler Real Estate und Consus hat mehrere Architekten. Als einer der wichtigsten Entscheider hinter dem Deal gilt der israelische Geschäftsmann Amir Dayan, geboren 1974.

Er ist Teil einer weltweit operierenden Unternehmerfamilie, vertritt das "Dayan Family Office" und hatte vorübergehend die Kontrolle bei Ado Properties übernommen, deren Verwaltungsratsvorsitzender Moshe Dayan war. Inzwischen hat Adler Real Estate von den Israelis die Kontrolle bei Ado übernommen. Hinter Adler wiederum steht die Schweizer Immobilienunternehmerfamilie Wecken. Dayan gilt als Phantom, spielt jedoch am deutschen Immobilienmarkt eine nicht zu übersehende bedeutende Rolle. Er stand auch zusammen mit dem ebenfalls israelischen und in London lebenden Immobilien-Tycoon Yakir Gabay hinter der erst vor kurzem eingefädelten Milliardenfusion der beiden deutschen Bürovermieter Aroundtown und TLG zu Deutschlands größtem Gewerbeimmobilienkonzern.

Die beiden Milliardäre und erfahrenen Immobilienunternehmer israelischer Herkunft haben in wenigen Jahren in Deutschland - zusammen mit anderen wohlhabenden Familien als Co-Investoren - zwei Immobilienimperien mit Bürotürmen und Wohnungen aufgebaut, die jeweils aus einem ganzen Schwarm formal voneinander unabhängig agierender GmbHs bestehen. Das macht es schwierig, präzise zu benennen, wer gerade wo Eigentümer ist oder sich gerade schon wieder zurückgezogen hat. Eine der Muttergesellschaften im Immobiliengeflecht, das auch aus Gesellschaften in Luxemburg und Zypern besteht, ist die Berliner Intown Gruppe. Manche der Gesellschaften sind via "Nonrecourse" finanziert - mit begrenzter Haftbarkeit.

Jetzt ziehen offenbar beide israelischen Immobilienbarone sukzessive Cash aus ihren Engagements in Deutschland ab. Das lässt für die weitere Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes eher Düsteres befürchten. Die Aktionen der erfahrenen Immobilienunternehmer deuten für Marktbeobachter darauf hin, dass der Höhepunkt der Entwicklung erreicht ist. Dayan und Gabay scheinen den Absprung zu suchen, bevor es abwärts geht.

Die finanzielle Logik hinter der Dreier-Fusion von Ado, Adler und Consus ist jedenfalls mit Synergien von in der Spitze 150 Mill. Euro nicht allzu bestechend. Ado Properties wird bei dem "Reverse Takeover" zur wohlfeilen Beute der hoch verschuldeten Adler Real Estate.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Christoph Ruhkamp

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