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Place your bets

Archivmeldung vom 03.12.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.12.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Kurz vor der Jahrtausendwende hatte der Salesforce-Gründer und CEO Marc Benioff die Idee, Unternehmenssoftware nicht mehr lokal zu installieren, sondern diese über das Internet bereitzustellen. Software as a Service war geboren und hat sich mittlerweile auch bei traditionellen Softwarehäusern wie SAP oder Microsoft durchgesetzt. Benioff hatte den richtigen Riecher, auch wenn es Jahre dauern sollte, bis Internetinfrastruktur und Mentalität der Kunden so weit waren, die Software aus der Cloud zum Massenphänomen zu machen.

Mit der 28 Mrd. Dollar schweren Übernahme von Slack hofft der Ex-Oracle-Manager die nächste Revolution loszutreten. Er will den Goldstandard schaffen, nach dem in einer volldigitalisierten Welt in und zwischen Unternehmen künftig zusammengearbeitet wird - "egal ob zu Hause, im Büro oder irgend­wo dazwischen". Mit Slack-CEO Stewart Butterfield holt er sich einen visionären Unternehmer ins Haus, dessen Ansprüche ähnlich unbescheiden ausfallen.

Ob der "Hochzeit im Himmel", wie sie Benioff bezeichnet, mehr Erfolg beschieden ist als der vor etwas mehr als zwei Dekaden ebenso bezeichneten deutsch-amerikanischen Automobilfusion, lässt sich zwar noch nicht abschätzen. Benioffs Analyse, dass die Kollaboration von Menschen, die an verschiedenen Orten miteinander arbeiten sollen, verbessert werden kann, wird nach den Erfahrungen der vergangenen Monate aber wohl kaum jemand bestreiten. Die volldigitalisierte Welt liegt in der vom Salesforce-CEO ersonnenen Variante dabei sicher noch Jahre in der Zukunft. Zu viele Voraussetzungen - etwa schnelles Internet ohne Bandbreitenengpässe an praktisch jedem Ort - sind derzeit noch nicht gegeben.

Die Unternehmen der Softwareindustrie müssen sich dennoch schon heute entscheiden, ob sie für diese Zukunft richtig aufgestellt sind. Dass der erste Schuss nicht immer sitzt, hat Microsoft gezeigt. Der Windows-Konzern stellt die Online-Version von Skype for Business im Sommer 2021 ein. Die simplere Alternative MS Teams aus dem eigenen Haus hat sich in der Krise besser bewährt.

Der deutsche Rivale SAP hat mit SAP Jam ein Kommunikationstool am Start, das im Bürochat-Markt unter ferner liefen rangiert. Der neue Fokus auf die Cloud, den CEO Christian Klein dem Softwarekonzern verordnet hat, kann nur ein erster Schritt sein. Auch in Bezug auf die Kommunikationstools hat Benioff SAP den Fehdehandschuh hingeworfen. Für die Walldorfer und andere Rivalen heißt es: Place your bets - Ihr Einsatz, bitte!

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Sebastian Schmid

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